Der ultimative Schaumwein-Guide: Das ist der Unterschied zwischen Brut, Extra-Dry und Demi-Sec

Wie süss darf es sprudeln? Wenn die Festtage näher rücken, stellt sich auch immer wieder die Frage nach dem richtigen Schaumwein. Doch die Wahl zwischen Champagner, Prosecco und Sekt ist nicht immer leicht und die verwirrenden Bezeichnungen der jeweiligen Zuckergehalte machen es nicht einfacher. Wir bringen Licht in den Schaumwein-Dschungel und sorgen dafür, dass allfällige Fettnäpfchen bei der Weinauswahl umschifft werden können.

Es gibt Momente im Leben, in denen man souverän wirken möchte: Zum Beispiel beim Bestellen eines Schaumweins im Restaurant, wenn der Kellner fragt: «Darf’s eher brut, extra dry oder demi-sec sein?» Innert Sekunden muss man eine Entscheidung treffen, ohne sich zu blamieren, doch das kann schnell ins Auge gehen. Millionen Menschen haben schon mit selbstbewusstem Blick einen Schaumwein «extra dry» gewählt, weil der Name so herrlich trocken klingt – und dann überrascht festgestellt, dass der «Extra dry» nach süsser Zitronenlimonade schmeckt und einem den Mund zusammenkleben lässt.

Champagner, Prosecco oder Cava? Die riesige Auswahl an verschiedenen Schaumweinen kann einem schnell einmal überfordern.

Damit das nie wieder passiert, haben wir hier die ultimative, internationale Schaumwein-Übersetzungstabelle zusammengestellt, mit einer kleinen Dosage Humor und einfachen Erklärungen:

Schaumweine und ihre Restsüsse

BezeichnungRestzucker (g/L)GeschmackGeeignet für
DE: Naturherb
FR: brut nature, pas dosé, dosage zero
IT: dosaggio zero
EN: brut natur
Zuckergehalt unter 3 g/l. Nur zugelassen, wenn nach der zweiten Gärung kein Zucker zugesetzt wurde.So trocken, dass selbst ein Kaktus nach einem Glas Wasser fragt.Für einige wenige Menschen, die finden, dass Wasser schon süss genug ist.
DE: Extra herb
FR: extra brut
IT: extra bruto
0–6 g/l ZuckergehaltImmer noch rigoros trocken, aber mit einem Hauch Diplomatie.Für Leute, die es trocken mögen, aber mit ein bisschen Nettigkeit.
DE: herb
FR: brut
IT: bruto
EN: brut
Weniger als 12 g/l ZuckergehaltKlassisch trocken; frisch, spritzig, beliebt.Der Schaumwein, den die meisten mögen. Selbst deine Tante, die sonst nur Tee trinkt.
DE: extra trocken
FR: extra sec
IT: extra secco
EN: extra dry
Zuckergehalt zwischen 12 und 17 g/lSüsser als der Name vermuten lässt: Der Begriff «Extra Trocken» ist irreführend.Klingt wie Wüste, schmeckt aber wie eine Mischung aus Limonade und Schaumwein.
DE: trocken
FR: sec
IT: secco, asciutto
EN: dry
Zuckergehalt zwischen 17 und 32 g/lSpürbar süss. Nicht trocken. Gar nicht.Für alle, die sagen: «Ich mag es, wenn Wein nicht so sauer ist».
DE: halbtrocken
FR: demi-sec
IT: abboccato
EN: medium dry
Zuckergehalt zwischen 32 und 50 g/lZiemlich süss – fast wie ein prickelndes Dessert.Für diejenigen, die finden, dass Cola zu wenig süss ist.
DE: mild
FR: doux
IT: dolce
EN: sweet
Restzuckergehalt über 50 g/lUltra-süss – praktisch ein Zuckerschock mit Bläschen.Für Menschen, die Dessert so sehr mögen, dass sie es am liebsten trinken.

Unsere Schaumwein-Highlights für jeden Geschmack:

Naturherb: Sed de Dánae Brut Nature, 0,8 g/l

Francisco Ruiz‘ «Blanc de Blancs» aus Viura-Trauben: der erste Bio-Schaumwein mit der Qualitätsbezeichnung Rioja DOCa. Drei Jahre auf der Flasche gereift und ohne Dosage abgefüllt. Ein Traum!

Extra herb: Domaine Meyer Crémant d’Alsace 3,6 g/l

Der in klassischer Champagner-Manier hergestellte Schaumwein gehört zum Besten, was das Elsass in dieser Sparte zu bieten hat. Perfekt zu Flammkuchen, Salzgebäck oder zum festlichen Aperitif.

Herb: Albet i Noya Espriu Brut Reserva 9,7 g/l

Cava, nur besser: Josep Maria Albet i Noyas Classic Penedès Espriu, aufwendig vinifiziert wie ein Champagner. Ein glanzvoller Start in festliche Stunden.

Extra trocken: Savian Prosecco rosé, 14,9 g/l

Der Prosecco rosé von William Savian vereint die Basistraube Glera mit einem Hauch von Pinot Nero. Fruchtig-florale Noten treffen auf eine feinperlige Mousse.

Mild: La Brina Moscato, über 50 g/l

Gian-Franco Torelli hat sich auf die Herstellung von Moscato spezialisiert. Mit seinem La Brina zeigt er, wie leichtfüssig, fruchtig-animierend und erfrischend dieser Schaumwein sein kann.

Suchst du etwas anderes? Unser gesamtes Schaumwein-Sortiment findest du hier.

Champagner als Inbegriff eines qualitativ hochwertigen Schaumweins

Schaumwein ist nicht gleich Schaumwein: Nicht nur Farbe, Traubensorten und Herkunft lassen eine riesige Bandbreite an verschiedensten Weinstilen zu, sondern auch die verschiedenen Macharten von prickelnden Weinen. Eine der bekanntesten Schaumweine ist zweifellos der Champagner. Er kommt – wie der Name schon sagt – aus der französischen Region Champagne und unterliegt strengen Herstellungsvorschriften.

Diese umfassen ein streng begrenztes Anbaugebiet, Anbauvorschriften wie Pflanzdichte, Handlese, und eine schonende und schnelle Pressung. Sehr charakteristisch für Champagner ist auch die «méthode traditionelle», also die zweite Gärung in der Flasche, welche für die Kohlensäure entstehen lässt. Um diese zweite Gärung in Gang zu setzen, wird dem Grundwein etwas Zucker und Hefe beigegeben. Mehr Infos zur Herstellung von Champagner findest du hier.

Prosecco: Zeitloser Klassiker aus Italien

Ein weiterer zeitloser Klassiker unter den Schaumweinen ist der italienische Prosecco. Die Anbaugebiete liegen in Norditalien, in Teilen des Venetos und in der Region Friaul-Julisch Venetien. Prosecco wird überwiegend aus der Rebsorte Glera hergestellt, die Anteile dieser Sorte müssen zwischen 85 und 100 Prozent liegen. Ein Prosecco darf nur mit maximal 15 Prozent autochthonen Rebsorten (Bianchetta, Perera, Verdiso, Glera lunga) oder internationalen Sorten, wie Chardonnay, Pinot bianco, Pinot grigio und Pinot nero, ergänzt werden. Im Unterschied zu Champagner wird der Schaumwein Prosecco oft nicht in der aufwändigeren Flaschengärung, sondern in Tankgärung hergestellt. Das heisst, die zweite Gärung geschieht nicht in der Flasche, sondern im Tank.

Und der Name Prosecco hat übrigens nichts mit dem italienischen Adjektiv secco (trocken) zu tun: Der Name Prosecco stammt ursprünglich von einem kleinen Ort bei Triest im Nordosten Italiens, der so heisst. Früher wurde dort die weisse Rebsorte Glera angebaut, die man ebenfalls Prosecco nannte. Der Wein aus dieser Traube wurde daher nach diesem Ort benannt. Seit 2009 heisst die Rebsorte offiziell Glera, damit der Name Prosecco rechtlich geschützt ist und nur für Schaumweine aus bestimmten Regionen Venetiens und Friauls verwendet werden darf.

Crémant, Cava und Winzersekt: Same same, but different

Dann haben wir noch den deutschen Winzersekt und das französische Pendant, den Crémant, der vor allem im Elsass sehr verbreitet ist. Kurz gesagt sind das die Bezeichnungen für qualitativ hochwertige Schaumweine, welche – wie Champagner – mit traditioneller Flaschengärung hergestellt werden. In Spanien wiederum hat der Cava eine grosse Tradition, welcher ebenfalls mittels Flaschengärung hergestellt wird und im Penedès seinen Ursprung hat. Eine etwas edlere Version des herkömmlichen Cavas ist Classic Penedes von Albet i Noya. In Italien wird der Schaumwein Spumante genannt, und das traditionsreichste Gebiet für hochwertige Vini spumanti ist Franciacorta in der Lombardei.

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Die Vielfalt der Schaumweine entdecken

Für den König unter den Schaumweinen – den Champagner – gelten rigorose Regeln. Die wichtigste: Es dürfen nur Trauben aus dem Weinbaugebiet Champagne verwendet werden. Für Schaumweine, die ausserhalb der Champagne mittels Flaschengärung hergestellt werden, darf heute nicht einmal mehr die Bezeichnung «Méthode champenoise» verwendet werden.

Schaumwein

In Champagnerflûtes lassen sich die aufsteigenden Bläschen schön beobachten und die Aromen kommen gut zur Geltung. Sektschalen dagegen sollten Sie meiden – das Bukett verfliegt schnell!

Dabei ist die klassische Champagner-Methode weit verbreitet. So werden Schaumweine aus anderen Regionen Frankreichs (Crémant, Blanquette), aus Spanien (Cava) und Deutschland (Winzersekt) stets nach diesem aufwändigen Verfahren hergestellt. Die im Schaumwein vorhandene Kohlensäure entsteht bei der zweiten Gärung in der Flasche. Über Monate oder gar Jahre bleibt der Wein auf der Hefe. Dadurch erhält er sein spezielles Aroma und die individuelle Perlage.

Es geht auch bescheidener

Einfacher ist das Tankgärverfahren. Mit dieser Methode werden die meisten Schäumer wie Spumante, Prosecco und deutsche Sekte hergestellt. Der Wein durchläuft die zweite Gärung nicht in der Flasche, sondern in grossen Edelstahltanks, wo sich auch die Kohlensäure bildet. Dieses Verfahren ist wesentlich kostengünstiger, schneller und weniger aufwändig als die Méthode classique. Die Qualität einer Flaschengärung mit hoher Perlfähigkeit schafft man damit in der Regel aber nicht.

Die einfachste und kostengünstigste Methode ist das Kohlensäureverfahren. So erhält beispielsweise unser Perlwein Delsecco seine feine Perlage ohne zweite Gärung durch direkte Zugabe von Kohlensäure.

Die Unterschiede entdecken

Das Probierpaket Schaumweine bietet jetzt eine gute Möglichkeit, anhand sechs verschiedener Flaschen die Unterschiede der Produktionsverfahren und der geografischen Herkunft direkt im Gaumen zu entdecken. Und es ist eine gute Gelegenheit, echte Alternativen zu den oft recht teuren Champagnern zu testen. Mehr zum Thema und ein paar Tipps, wie Schaum- und Perlweine über den Apéro hinaus viel Freude machen, finden Sie in der WeinLese 22.

Wie halten Sie es mit den Schäumern?

Welche Art von Schaumwein ziehen Sie persönlich vor? Stehen Sie ausschliesslich auf Champagner oder darfs auch mal ein anderer Schäumer sein? Bei welcher Gelegenheit lassen Sie die Korken knallen? Nur zum festlichen Apéro oder auch, wenn sie einen prickelnden Begleiter für eine ganze Mahlzeit suchen? Vielen Dank für Ihren Kommentar.