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Platz für Hirsch, Natur und Wein

Die Ursprünge des Hirschhof in Rheinhessen reichen bis ins Jahr 1466 zurück. Seit 1992 entstehen auf diesen speziellen Böden, und unter der Hand von Tobias Zimmer, die mitunter beliebtesten Weine im Delinat-Sortiment.

Text

Nina Wessely
Redaktorin
07.05.2025

Gerade kommt Winzer Tobias Zimmer von einer Tagung der ökologisch arbeitenden Winzer Deutschlands zurück. «Man ist es der Gemeinschaft schuldig, hier politisch Raum für diese Art von Weinbau zu schaffen, damit im Rebberg auch mehr Platz für die Natur entsteht», so Tobias Zimmer.

Seit den frühen 90er-Jahren arbeitet man am Hirschhof – ein Vorfahre soll einmal das Dorf vor einem angreifenden Hirsch bewahrt haben, so kam man zu Namen und Familienwappen – ökologisch. Schon seit dieser Zeit arbeitet Familie Zimmer mit Delinat zusammen.

Tobias Zimmer (li.) und Emil Hauser (re.) bei der Weingartenbegehung.

«Es ist schön und sehr viel wert, dass wir bei Delinat auf so viel Konstanz treffen», so der Winzer mit 34 Hektar Weingärten, von denen etwa 70 Prozent mit Weissweinreben bestockt sind. Einem Spaziergang durch eben diese Rebberge mit Weineinkäufer Emil Hauser entsprang einer der beliebtesten Weissweine im Delinat-Sortiment: dem Terra Rossa.

«Wir haben beim geologischen Landesamt nachgefragt. Dort hat man uns bestätigt, dass genau durch die Parzelle, auf der der Riesling für diesen Wein wächst, eine eisenhaltige Ader verläuft», erklärt Tobias Zimmer. Der Boden ist eisenhaltiger, die Erde rot, der Wein daher ein feingliedriger, sehr trinkanimierender Riesling von sogenannter Terra Rossa.»

Die Zukunft liegt in der Natur

Ein Augenmerk des Weinguts und seiner Winzer Tobias Zimmer und dessen Sohn Henry Zimmer, der den Betrieb einmal übernehmen wird, liegt auf dem Platz für die Natur und der Abwechslung darin. «Gerade haben wir in einem neu angelegten Weinberg Parzellen freigelassen und diese mit 200 verschiedenen Büschen und Bäumen bepflanzt», erzählt Tobias Zimmer begeistert.

Vitiforst und Biodiversität sind essenziell für gute Weine, da sind sich Tobias Zimmer und Vater Walter Zimmer, einig.
Vitiforst und Biodiversität sind essenziell für gute Weine, da sind sich Tobias Zimmer und Vater Walter Zimmer einig.

Er liebt es, die Vorgänge in der Natur zu beobachten und seine Schlüsse daraus zu ziehen. Sohn Henry hebt die Thematik sogar auf universitäres Niveau und arbeitet gerade an seiner Bachelorarbeit über «Vitiforst».

Die Hochschule Bingen, quasi um die Ecke des Weinbaubetriebs, hat die Vitiforstbestrebungen am Hirschhof in ein Projekt aufgenommen. Über vier bis fünf Jahre wird wissenschaftlich untersucht, wie sich Vitiforst auf die Reben, den Boden und die Zusammensetzung der Insekten auswirkt.

PIWI exklusiv

Ein weiteres zukunftsträchtiges Gebiet im Weinbau sieht Tobias Zimmer in neuen robusten Rebsorten. Souvignier Gris, Saphira, Hibernal, Regent und weitere dieser neuen Reben wurzeln bereits in der ton- und kalkhaltigen Erde am rheinhessischen Weingut. «Bisher habe ich im ab Hof-Verkauf nur Regent im Sortiment. Der Rest aus den robusten Rebsorten geht exklusiv an Delinat». Daraus entstehen Weine wie der Caphira.

Seit mehr als 500 Jahren ist also immer viel los auf dem Weingut. Wenn man es dennoch wagt, Tobias Zimmer zu bitten, den Hirschhof und seine Familie in wenigen Worten zu beschreiben, sagt er: «Wir stehen für Authentizität. Wir sind Biowinzer, die ehrliche und natürliche Weine machen – und ehrlich mit den Kunden sind.» Wir finden: Da gibt es nichts hinzuzufügen.

Weiterlesen:
Mit resistenten Rebsorten in die Zukunft: Das Delinat-Weingut Hirschhof in Rheinhessen
Der Riesling von der roten Erde

Über die Autorin

Nina Wessely

Nina Wessely, Redaktorin

Ich liebe Wein. Und ich liebe die Natur. Beides bei Delinat gefunden zu haben, macht mich glücklich. Und von diesem Glück erzähle ich gerne.

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