«Ermutigendes Beispiel für eine zukunftsfähige Welt»

Das renommierte Deutsche Forum für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit hat Delinat zum Finalisten des CSR-Preises nominiert. Der Preis honoriert herausragende Leistungen der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Die Nominierung verdankt Delinat dem ausserordentlichen Engagement in der Förderung der Biodiversität.

«In den Weinbergen sollen wieder Schmetterlinge fliegen». Das war schon bei der Gründung von Delinat vor über 30 Jahren das Ziel.

Die wichtigsten Argumente, die zur Nominierung von Delinat geführt haben, sind:

Europäische Weinberge in hoher Biodiversität

Delinat hat 1983 die ersten Richtlinien für biologischen Weinbau verfasst und gehört seither zu den Vorreitern für den Schutz von Ökosystemen im Weinbau. Die aktive Förderung der Biodiversität im Weinberg ist zentraler Bestandteil des Delinat-Labels. Die über 100 zertifizierten Delinat-Weingüter zeichnen sich durch vielfältige Gründüngung, Blühstreifen, Hecken, Bäume und ökologische Hotspots inmitten der Reben aus. Der Erfolg der Delinat-Richtlinien, der Winzer und der Weine hat zahlreiche Verbände zur Förderung der Biodiversität inspiriert.

Delinat-Weinberge gehören zu den artenreichsten Flächen der Region.

Die besten Biorichtlinien Europas

Bio ist im Trend – auch im Weinbau. Doch leider dominiert immer mehr trügerisches Monokultur-Bio, das nur minimale Auflagen erfüllt. Die Delinat-Richtlinien gehen aber weit über EU-Bio und andere Biolabels wie Ecovin, Demeter oder Bio Suisse hinaus und zielen als einzige konkret auf eine Förderung der Biodiversität. Delinat-Weinberge sind selbstregulierende, stabile Ökosysteme, die eine überdurchschnittliche Wein- und Terroirqualität ermöglichen – ihr Erfolg basiert auf 4 Pfeilern:

  • Biodiversität statt Monokultur
  • Biologisch aktive Böden
  • Ökologische Hotspots
  • Sekundärkulturen – der Weinberg als Mischgarten

Detailierte Erklärungen zu den Grundsäulen der Biodiversität in Delinat-Weinbergen finden Sie in unserer Artikelserie zu den Delinat-Richtlinien.

Biodiversität statt Monokultur: Dieser zentrale Punkt der Delinat-Richtlinien wurde zuerst in der «Charta für Biodiversität» definiert.

Stiftung des Delinat-Instituts für Ökologie und Klimafarming

Treibende Kraft ist die unabhängige, gemeinnützige Stiftung «Delinat-Institut für Ökologie und Klimafarming», deren Wirken mit 1 Prozent des Delinat-Umsatzes unterstützt wird. Geforscht wird an den Grundlagen für einen klimaneutralen Weinbau mit hoher Biodiversität. Das «Forschungslabor» liegt inmitten eines eigenen Weinguts im Wallis oberhalb von Sion. Praxisnah werden in Zusammenarbeit mit Universitäten, Instituten und innovativen Winzern Methoden und Strategien für einen ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Qualitätsweinbau entwickelt. Das erarbeitete Wissen fliesst in die sich ständig entwickelnden Delinat-Richtlinien ein und wird an Biowinzer in ganz Europa im Rahmen von Kursen und individueller Beratung weitergegeben.

Die Instituts-Rebberge zeigen eindrücklich, wie der Weinbau der Zukunft aussehen könnte.

Preisverleihung

Am 9. April 2013 wird der CSR-Preis vom deutschen Bundesminister Dirk Niebel verliehen. Ob Delinat als erstes Schweizer Unternehmen «nur» zu den Finalisten gehört oder gar den renommierten Preis für den Schutz der weltweiten Biodiversität überreicht bekommt? Am Engagement zur Förderung der Artenvielfalt in den Delinat-Weinbergen wird der Preis nichts ändern, aber er könnte die Beispielwirkung Delinats für den Weinbau Europas auf eine neue Stufe heben.

1-Klick-Umfrage

In dieser Frage sind wir immer etwas unsicher: Soll Delinat die Vorbildrolle für den Weinbau der Zukunft durch die Teilnahme an solchen Wettbewerben bekannt machen und damit auch für Unternehmen anderer Branchen zum Beispiel werden? Oder sollten wir lieber im Stillen wirken und einfach durch die besten Weine überzeugen?

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Sekundärkulturen – der Weinberg als Mischgarten

Die Biodiversität im Weinberg lässt sich auf verschiedene Arten fördern. Neben einer geeigneten Bodenflora zwischen den Rebzeilen (Begrünung) oder ökologischen Hotspots in Form von Bäumen, Hecken oder Teichen sind Sekundärkulturen in all ihren Varianten geeignet, den Weinberg zu einem eigentlichen Biotop mit funktionierendem natürlichem Kreislauf zu machen.

Cocktailtomaten im Weinberg von Château Duvivier

Unter Sekundärkulturen versteht man den ganzen Reichtum an Früchten, Gemüse und Kräutern, die an der Seite von Trauben heranreifen können. Je nach Region sind Oliven, Feigen, Mandeln, Mandarinen, Orangen, Weinbergpfirsiche, Himbeeren, Erdbeeren, Tomaten, Kartoffeln, Zucchetti, Kürbisse, Salate, Rosmarin, Thymian, Salbei, Safran und vieles mehr geeignet, den Weinberg in einen eigentlichen Mischgarten zu verwandeln. Ebenfalls zu den Sekundärkulturen zählen Nutztiere wie Bienen, Schafe, Hühner, Fische und ähnliche Kleintierzucht.

Oliven, Mandarine und Weinberge bei Maggio Vini auf Sizilien

Die Flächen, die für die Sekundärkulturen bestimmt werden, müssen gross genug sein, um eine wirtschaftliche Verwertung zu gewährleisten. So können die Mindererträge, die bei den Trauben bewusst in Kauf genommen werden, kompensiert werden. Der Winzer wird durch dieses zusätzliche Standbein auch ein bisschen zum Früchte-, Gemüse- und Kräuterbauern.

Richtlinien 1: Biologisch aktive Böden als Basis
Richtlinien 2: Begrünung garantiert lebendige Weinberge
Richtlinien 3: Mit ökologischen Hotspots gegen Monokultur
Richtlinien 4: Sekundärkulturen – der Weinberg als Mischgarten

Einladung in die Provence

Château Duvivier war das erste Weingut im Delinat-Forschungsnetzwerk. Schon seit 1995 laufen dort spannende Weinbau-Versuche, die bereits viele Erkenntnisse geliefert und die Entwicklung der Delinat-Richtlinien und ihre Umsetzung stark gefördert haben. Duvivier zählt zu den ersten Betrieben, die das höchste Zertifikat mit 3 Delinat-Schnecken erhalten haben.

Weinbau der Zukunft – hier mit blühendem Lavendel, der in der Provence allgegenwärtig ist.

Das altehrwürdige Château liegt in der romantischen und wilden hinteren Provence – fernab vom Massentourismus – und lockt jährlich 1’000 Gäste an, die sich von Schlossdame und Schlossherr Sylvia und Uwe Fahs verwöhnen lassen. Der Empfang ist herzlich, die Ruhe im und ums Château sprichwörtlich, die Abendessen sind legendär.

Für 2013 offeriert Delinat eine Reihe von «Verwöhneinheiten» für gute Delinat-Kundinnen und -Kunden. Sie sollen animiert werden, dieses unvergleichliche «Hotel» (das kein Hotel ist) und den «Weinbau der Zukunft» kennen zu lernen.

Dank dieser Aktion werden gute Delinat-Kundinnen und -Kunden, die in der ersten Jahreshälfte 2013 (bis und mit Juli) eine Woche Château Duvivier buchen, mit Sonderstatus empfangen und geniessen Privilegien wie diese:

  • Einladung zu einem besonderen Mittagessen, für das Uwe Fahs ein spezielles Menü komponiert, das mit alten Jahrgängen von Château-Duvivier-Spitzenweinen harmoniert. Antoine Kaufmann stellt diese Raritäten persönlich vor und begleitet das Essen mit professioneller Degustation.
  • Ein grosszügiger, bunt gefüllter Geschenkkorb erwartet Sie, der ausser Wein-Raritäten auch schmackhafte Provence-Köstlichkeiten enthält.
  • Ein persönlicher und spezieller Rundgang mit Winzer Antoine Kaufmann, Fassweinprobe und viel Hintergrundwissen.

Die Kosten für diese Extras übernimmt Delinat.

Klicken Sie auf die Bilder, um sie in einer grösseren Ansicht zu sehen.

Eingeladen zu diesen Verwöhneinheiten sind Sie, wenn Sie entweder Mitglied beim DegustierService sind oder in den vergangenen 12 Monaten einen Umsatz bei Delinat von 400 Euro / 500 Franken erreicht haben. Schreiben Sie ins Bemerkungsfeld Ihrer Buchung einfach das Stichwort «Verwöhnwoche» und Ihre Kundennummer, dann läuft alles andere automatisch.

Im Château-Duvivier-Wochenangebot schnuppern –>

Und für alle, die das wild-romantische Château und die Gastfreundschaft von Sylvia und Uwe Fahs noch nicht kennenlernen durften, hier einige Berichte und Bilder aus den letzten Jahren:

21. Juni 2012
Wein-Urlaub in Südfrankreich ->
Der Reisebericht eines Kunden, der neben dem Château Duvivier noch weitere Weingüter besuchte.

23. August 2011
Edles Gewürz und edle Weine ->
Emil Hausers Bericht über einen Besuch auf dem Château.

20. April 2011
Mit ehrgeizigen Projekten auf Top-Niveau ->
Die Umsetzung der ambitiösen Delinat-Richtlinien kann man auf Château Duvivier «live» verfolgen.

11. Februar 2011
Frühling in der Provence ->
Frühling auf Château Duvivier – das heisst erste Sonnenstrahlen in der wunderschönen provenzalischen Landschaft, mediterranes Flair und Mandelblüte. Die Wein-Gourmet-Wochen, von denen im Artikel die Rede ist, werden auch 2013 angeboten, die speziellen Weinwochen aber durch die Wein-Kulturreisen und die Weinkurse ersetzt.

Bei Delinat gibt es aber auch andere interessante Reisen, schauen Sie mal hier rein: Reise-Inspirationen –>

Wie umgehen mit den Kosten fürs Umpacken?

Immer, wenn alle Kundinnen und Kunden von einer Änderung betroffen sind und nicht alle gleichermassen profitieren, stellt sich die Frage der Gerechtigkeit. Das letzte Mal ging es um das faire Verteilen der Treueprämie, ein andermal waren es die Mengenrabatte. Jetzt stellen wir den Umpackzuschlag zur Diskussion. Einen Königsweg gibt es in diesen Fragen leider meistens nicht – es muss das für die Mehrheit fairste Modell gefunden werden, zudem sollte es möglichst einfach und nachvollziehbar sein.

Einzelflaschen bestellen zu können, ist für manche Kundinnen und Kunden ein wichtiger Service. Das Umpacken und der zusätzliche Karton verursachen aber Abfall und höhere Kosten.

Ausgangspunkt: Der weitaus grösste Teil der Delinat-Weine wird in Original-Winzerkartons zu 6 Flaschen bestellt und versandt. Kleinere Mengen verursachen nicht nur erheblichen Mehraufwand, sondern auch viel Abfall. Der Originalkarton muss geöffnet und entsorgt werden, ein spezieller Versandkarton erstellt und gefüllt werden.

Im Vergleich zum Bereitstellen eines Originalkartons braucht das Umpacken rund dreimal mehr Zeit. Einen Anteil für diese Kosten belastet Delinat aktuell dem Besteller: 30 Cents / 40 Rappen pro Flasche. Das deckt Mehraufwand, Neukarton und Entsorgung im Durchschnitt zwar nicht ganz, doch «bremst» es solche Bestellungen. Ausserdem bietet Delinat rund ein Dutzend attraktive Standard-Mischpakete mit den beliebtesten Weinen ohne Umpack-Zuschlag an. Das Beste für Einzelflaschen-Besteller aber ist und bleibt natürlich der DegustierService, bei dem die Flaschen schon vom Winzer auf abfallfreie «Stapelpaletten» gepackt und von dort direkt in die Versandkartons gelangen. Hier fallen für Einzelflaschen weder Abfall noch Mehrarbeit an und der Kunde profitiert dreifach, denn er bezahlt weder Umpackzuschlag noch Porto und bekommt sogar noch Rabatt.

Manche Kundinnen und Kunden finden den Umpackzuschlag ungerecht und fordern seine Abschaffung (siehe z.B. diesen Brief). Natürlich wäre dies möglich – die Kosten könnten einfach auf den Weinpreis aufgeschlagen werden. So könnte man zum gleichem Einheitspreis 6 oder 2 Flaschen oder auch nur eine einzige nach Wahl ordern. Das würde den Preis zwar nur um knapp 1% erhöhen. Da dies das Bestellen von Einzelflaschen aber attraktiver machen würde und eine Zunahme zur Folge hätte, müsste mit einer Preiserhöhung von etwa 1,5% gerechnet werden. Das ist zwar nicht viel, doch alle zahlen mit, auch jene, die weiterhin Originalkartons bestellen.

Heute laden wir Sie zur Umfrage ein:

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Überraschungspaket für die Teilnehmer

Im vergangenen Herbst haben wir das originellste Bild zum Thema «Delinat-DegustierService-Paket» gesucht. Offenbar haben wir die Latte bei diesem Fotowettbewerb etwas gar hoch gelegt. Jedenfalls hat bloss eine Handvoll Teilnehmer Bilder zu diesem anspruchsvollen Thema eingesandt. Aus unserer Sicht sind so die Voraussetzungen für einen echten Wettbewerb leider nicht gegeben. Nur aus einer Vielzahl und Vielfalt von Fotos hätten Jury und Publikum ein würdiges Siegerbild küren können. Deshalb haben wir entschieden, auf eine Jurierung der eingegangenen Fotos zu verzichten und die Bilder nicht online zu stellen.

DegustierService Fotowettbewerb

Der Fotowettbewerb wurde im November in der WeinLese 28 angekündigt.

Allen Wettbewerbsteilnehmern danken wir für das Mitmachen ganz herzlich. Wir honorieren den Aufwand gerne mit einem Überraschungsweinpaket. Alle Teilnehmer wurden persönlich informiert.

Vielen Dank für Ihr Verständnis. Und weiterhin viel Spass mit Wein aus gesunder Natur von Delinat.

Mit ökologischen Hotspots gegen Monokultur

Durch die industrielle Landwirtschaft sind ganze Kulturlandschaften aus Rationalisierungsgründen ausgeräumt worden: Hochstammbäume und Hecken wurden aus dem Weg geräumt, offene Bachläufe, Gräben und Teiche zugeschüttet. Geschlossene Naturkreisläufe wurden zerstört. Die Artenvielfalt ist der Monokultur gewichen. Diese Entwicklung machte auch vor dem Weinbau nicht halt.

Hotspot Kräuterinsel

Für eine artenreiche Flora und Fauna: Kräuterinsel im Weinberg von Maggio Vini auf Sizilien

Die Delinat-Richtlinien verlangen eine Rückkehr zu artenreicher Kleinstruktur im Weinberg. Monokulturen sollen aufgelöst und mit verschiedenen Strukturelementen durchbrochen werden. Durch das Anlegen von sogenannten Hotspots wird die Biodiversität gefördert.

Zu diesen Hotspots gehören Bäume mitten im Rebberg. Sie üben sowohl auf Vögel wie Insekten und andere Tiergruppen eine hohe Anziehungskraft aus und fördern dauerhaft die Wiederbesiedlung des ökologischen Habitats. Zudem fungieren sie als Sporenfänger, von wo aus Hefen und andere Pilze sich im Weinberg ausbreiten können. Die Vielfalt natürlicher Hefen zur Weinbereitung und die Konkurrenz für Schadpilze nehmen zu. Pro Hektar sollte mindestens ein Baum inmitten der Reben und mehrere kleinere Fruchtbäume am Rand gepflanzt werden.

Ebenfalls wertvolle Hotspots sind Kräuterinseln, Stein- und Holzhaufen, Teiche, Bienenhotels und Nistkästen. Werden solche Strukturelemente angelegt, erhalten Reptilien, Amphibien, Insekten und Vögel wertvolle Lebensräume, was wiederum viel zu einer artenreichen Fauna und Flora im Weinberg beiträgt.

Richtlinien 1: Biologisch aktive Böden als Basis
Richtlinien 2: Begrünung garantiert lebendige Weinberge
Richtlinien 3: Mit ökologischen Hotspots gegen Monokultur
Richtlinien 4: Sekundärkulturen – der Weinberg als Mischgarten

Wein-Raritäten limitieren?

Die Idee des Delinat-DegustierService ist seit 25 Jahren dieselbe: Das Paket mit drei verschiedenen Weinflaschen erlaubt es, neue Weine bequem zu Hause zu degustieren und bei Gefallen nachzubestellen. Nun ist es gerade beim DegustierService «Exklusive Rotweine» oftmals so, dass die edlen Gewächse nicht sofort nach Eintreffen degustiert, sondern noch eine Weile zur Seite gelegt werden. Handelt es sich dann noch um eine Rarität, die nur in sehr beschränkten Mengen verfügbar ist, kann es vorkommen, dass unser Lagerbestand bei diesem Wein rasch aufgebraucht ist und Kunden, die etwas zuwarten, leer ausgehen.

Wer zu spät kommt… Manchmal ist der begehrte Wein bereits vergriffen – zum Ärger des Kunden.

Eine solche Erfahrung hat kürzlich ein langjähriger DS-Kunde gemacht. Er zeigte sich enttäuscht, dass der Nuria von Albet i Noya im letzten DS Exklusiv so rasch ausverkauft war, dass er diesen Wein nicht mehr nachbestellen konnte. «Es wäre schön und auch fair, wenn so rare Weine als solche gekennzeichnet würden und man als DegustierService-Kunde vielleicht 3 Wochen Zeit hätte, um pro Person einen Karton zu bestellen, bevor die Bestellmenge für alle Kunden freigegeben wird. So wäre klar, dass man rasch degustieren sollte, um eine realistische Chance zu haben, zum gewünschten Wein zu kommen», schreibt er uns.

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Stimmen Sie ab und begründen sie Ihre Meinung allenfalls mit einem kurzen Kommentar. Herzlichen Dank.

Drehverschluss statt Kork?

Wenn der Fortschritt von heute die Tradition von morgen ist, dann kommen vielleicht auch bald viele Delinat-Weine mit einem Schraubverschluss daher. Drehverschlüsse sind auf dem Vormarsch, nicht nur bei Weiss- oder Roséweinen. Auch bei jung zu trinkenden Rotweinen wird immer öfter auf Naturkork verzichtet. Der Hintergrund ist klar: Aus ökologischer Sicht sind Naturkorken zwar grundsätzlich nach wie vor die beste Option – wenn da nur der gefürchtete Korkschmecker (TCA) nicht wäre. Er macht so manchen guten Tropfen ungeniessbar. So werden jedes Jahr Tausende von Flaschen weggeschüttet. Auch aus ökologischer Sicht ein Unsinn.

Kork- oder Drehverschluss beim Wein

Drehverschluss oder Naturkorken? Diese Debatte wird auch emotional geführt – beim Winzer und beim Weinliebhaber.

Eine Studie, die wir vor einigen Jahren in Auftrage gegeben haben, zeigt auf, dass der Drehverschluss bezüglich Ökologie theoretisch besser abschneidet, wenn man von einem Anteil von mehr als 2 Prozent Korkschmecker ausgeht. Theoretisch deshalb, weil auch der Drehverschluss nicht 100% einwandfrei verschliesst. So kann es beim Transport zu kleinen «Beulen» kommen, die den Verschluss undicht werden lassen. Die langsam eintretende Luft lässt den Wein oxidieren und verderben. Rechnet man ein halbes Prozent solcher Fehler ein, dann bräuchte es rund 3% Korkschmecker, um die Ökobilanz zu Gunsten Drehverschluss zu verschieben. Je nach Korkqualität kann diese Quote deutlich darunter oder darüber liegen.

Technisch haben sich Schraubverschlüsse inzwischen auf höchstes Niveau entwickelt. Aus rein qualitativer Sicht sind sie heute vielleicht die beste Verschlussart für alle Weine. Gute «Dreher» sind aber nicht billig – sie kosten in etwa gleich viel wie Korken. Ihr grösster Nachteil aber ist ein emotionaler: Nach wie vor vermitteln Schraubverschlüsse hierzulande ein Billigimage und rauben dem Wein ein Stück Kultur – die liebgewonnene Zeremonie des Entkorkens mit dem «Plop» fällt weg. Selbst das kritische und mit Stirnrunzeln begleitende Schnuppern und Nippen am ersten Glas einer neu entkorkten Flasche wird vermisst, auch wenn das nicht alle zugeben mögen. Einen Korker identifizieren zu können, ist Kennern vorbehalten – und dieses Können wird oft auch einfach gerne demonstriert. Eine Flasche Wein zu entkorken ist ein gesellschaftlicher und kultureller Akt und die Frage nach dem technisch besten Verschluss kann dadurch zur Nebensache werden.

Dass der Anteil an Korkschmeckern hoch ist und das Image des Naturkorks entsprechend leidet, ist zu einem erheblichen Teil auf mindere Qualitäten und Granulatkorken zurückzuführen. Ein qualitativ hochwertiger Naturkork ist nach wie vor ein ausgezeichneter Verschluss für Weinflaschen. Aus diesem Grund haben wir bis anhin weitestgehend auf Drehverschlüsse verzichtet und verwenden einen neuartigen, gewaschenen Naturkorken mit deutlich geringerem Korkschmeckeranteil. Die bisherigen Erfahrungen damit sind vielversprechend.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Korkschmeckern bei Delinat-Weinen? Welche Verschlussart ziehen Sie persönlich aus welchen Gründen vor? Würden Sie auch Delinat-Weine mit Drehverschluss kaufen? Soll Delinat weiterhin auf qualitativ hochwertige Naturkorkverschlüsse setzen und so auch einen Beitrag an eine nachhaltige Bewirtschaftung der Korkeichen leisten? Bei allen Weinen oder z.B. nur bei Rotweinen? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung. Schreiben Sie diese einfach unten ins Kommentarfeld. Herzlichen Dank.

Die Hoffnungen ruhen auf den Bio-Imkern

Die Imkerei steckt in einer tiefen Krise. Vor 3 Jahrzehnten wurde die Varroamilbe nach Europa verschleppt und hat sich über den ganzen Kontinent ausgebreitet. Die Milbe, die in Ostasien als harmloser Parasit auf dem «Pelz» der krankheitsresistenten Östlichen Honigbiene lebt, bringt den europäischen Bienen den Tod. Sie setzt sich auf der Bienenbrut fest, schwächt die Völker und ist für das weltweite Bienensterben mit verantwortlich.

Diese Bienen müssen nicht hungern: In der reichhaltigen Biodiversität der Mythopia-Weinberge gibt es genug Nahrung.
Diese Bienen müssen nicht hungern: In der reichhaltigen Biodiversität der Mythopia-Weinberge gibt es genug Nahrung.

Die Milbe ist aber nicht der einzige Übeltäter: Chemische Pestizide, vor allem in der Landwirtschaft, vergiften die Nahrungsquellen der Bienen. Die zunehmende Industrialisierung in der Landwirtschaft und die wachsenden Monokulturen verringern ihr Nahrungsangebot. Zudem gibt es immer mehr Versuchsflächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen, deren Wirkung auf die Bienen noch viel zu wenig bekannt ist.

Es wundert nicht, dass es vor allem im deutschsprachigen Raum immer weniger Imker gibt: Die Probleme verleiden die Freude an der faszinierenden Bienenhaltung und schmälern den Ertrag des Berufsimkers. In den letzten Jahren gibt es allerdings Anlass zur Hoffnung: In den Städten, wo die Biodiversität inzwischen oft höher ist als auf dem Land, entsteht eine neue Imkerbewegung – die Stadtimker kommen!

Dr. Marc-Wilhelm Kohfink ist Sozialwissenschaftler, Wirtschaftsjournalist und Bioland-Imker in Berlin. Er beschäftigt sich intensiv mit der Problematik. Wir befragten ihn zu den Ursachen und Lösungsansätzen.

Dr. Marc-Wilhelm Kohfink am Bienenstand
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink am Bienenstand

Herr Dr. Kohfink, was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für das weltweite Bienensterben?
Dr. Kohfink:
Leider ist das nicht so einfach zu beantworten. Es gibt nicht die zwei oder drei Gründe, welche die Bienen weltweit umbringen. Es ist vielmehr ein ganzes Bündel, das da zusammenkommt. Die Gründe können ganz verschieden sein und unterscheiden sich von Jahr zu Jahr. Trotzdem lassen sich einige allgemeine Aussagen machen. Die Varroa-Milbe und die mit ihr übertragenen Virenerkrankungen schwächen die Bienen, so dass sie anfälliger werden. Die harten Winter der letzten Jahre führen ebenfalls zu einer höheren Sterblichkeit. Die ausgeräumte Landschaft und die Dominanz von Mais für die Erzeugung von Bio-Gas lassen die Bienen auf dem Land hungern. Wo Bienen wie in den USA vor allem der Bestäubung von riesigen Monokulturen dienen, schwächt die einseitige Ernährung die Bienen. Hinzu kommen langfristig wirkende oder unsachgemäß angewandte Pestizide, die immer wieder für ein Bienensterben sorgen. Es sind also viele Einflüsse, welche die Bienen schwächen. Nicht zuletzt sind es auch ökonomische und soziale Gründe, dass es weniger Honigbienen gibt. Es gibt nämlich einfachere Möglichkeiten seinen Lebensunterhalt zu verdienen oder seinen Lebensabend zu gestalten als mit Bienen. Weniger Imker bedeuten auch weniger Bienen.

Bringen die Zuchten der Bio-Imkerei vitalere und widerstandsfähigere Bienen hervor?
Es gibt nicht die Biobiene. Bioimker arbeiten überwiegend mit den gleichen Bienen wie konventionelle Imker. Das liegt am Paarungsverhalten der Bienenköniginnen, die auf ihrem Hochzeitsflug keinen Unterschied machen zwischen Bio-Drohnen und konventionellen Drohnen. Künstliche Besamung, die eine gezielte Zucht ermöglichte, ist in der Bio-Imkerei verboten. So unterscheidet sich die Bio-Betriebsweise vor allem in den Prozessen, die zum Biohonig führen von der konventionellen Imkerei. Wie konventionelle Imker müssen wir vor allem darauf schauen, dass wir die Belastung mit Milben gering und die Bienen so vital halten. Dafür haben wir andere Methoden zur Verfügung, die einen rückstandsfreien Bio-Honig garantieren. Außerdem machen wir einen großen Bogen um konventionelle Obstplantagen, weil die dort ausgebrachten Spritzmittel unsere Bienen gefährden würden.

Sie imkern in der Grossstadt Berlin. Ist die Biodiversität und damit die Lebensgrundlage der Bienen in der Stadt inzwischen besser als auf dem Land?
Beides kann ganz klar mit «Ja» beantwortet werden. Das hängt damit zusammen, dass die Stadtnatur nicht in erster Linie der Volksernährung dient sondern auch der Erholung und der Freizeitgestaltung. In Berliner Stadthonig werden im Durchschnitt 26 verschiedene Pollen gefunden, in Honig vom Land rund 20. In städtischen Gärten und an städtischen Straßen blüht eben auch manches exotische Gewächs wie z. B. der japanische Schnurbaum. Hinzu kommen allerlei Wildkräuter auf Brachflächen und Pflanzen in schwierigen Biotopen z. B. auf begrünten Dachflächen. Um den Bienen auf dem Land das Überleben zu sichern, werden dort jetzt Blühstreifen angelegt und gefördert. Dabei geht es aber nicht nur um Bienen sondern auch um Überlebensräume für Niederwild wie z. B. den Feldhasen. Solche Krücken brauchen wir in der Stadt nicht.

Hans-Peter Schmidt, Leiter des Delinat-Instituts, empfiehlt die Anlage von Fenstergärten, um die Biodiversität im unmittelbaren Lebensumfeld zu fördern. Können auch Bienen von Fenstergärten profitieren?
Das können sie auf jeden Fall. Viele Balkonkästen mit Geranien sind für die Bienen nichts mehr als eine bunte Wüste. Es gibt im Handel Saatmischungen, die unter anderem Kornblumen-, Buchweizen- und Sonnenblumensamen enthalten. Sie blühen kontinuierlich den ganzen Sommer hindurch. Gute Bienenweidepflanzen sind alle Korbblütler und Blumen mit ungefüllten Blüten. Außerdem empfiehlt sich statt der beliebten Knospenheide besser Heidekraut, das richtig aufblüht. Bienenfreundlich angelegt, lockt ein solcher Fenstergarten auch noch andere Blütenbesucher an wie z. B. Schmetterlinge und Schwebfliegen.

Delinat-Winzer engagieren sich für die Biodiversität im Weinberg. Gibt es weitere Lösungsansätze in der Landwirtschaft?
Die gibt es glücklicherweise. An Biodiversität interessierte Landwirte arbeiten heute an Alternativen zur Maiswüste. So können z. B. Sonnenblumen als Untersaat verwendet werden. Außerdem scheint die Pflanze mit dem sympathischen Namen „Durchwachsende Silphie“ eine vielversprechende Alternative zum Mais zu sein. Die schnellwachsende Robinie ist eine ideale Kultur für Kurzumtriebsplantagen, die zur Herstellung von Holzhackschnitzeln genutzt werden. Anders als die Pappel ist sie eine erstklassige Bienenweide. Außerdem nutzt der Trend zur Biolandwirtschaft unseren Bienen, indem z. B. Biolandwirte keine Pflanzenschutzmittel gegen Beikräuter im Getreide einsetzen und die Kornblumen blühen lassen. Es ist also nicht alles verloren.

Würden Sie interessierte Menschen dazu ermuntern, selbst (Hobby-)Imker zu werden? Und wenn ja, womit sollten sie anfangen?
Generell sind mehr Imker wünschenswert, wobei besonders auf dem Land Imker gebraucht werden. Interesse indes allein reicht nicht. Imker zu sein, heißt auch Verantwortung zu übernehmen. Außerdem erfordert eine Imkerei auch einige Investitionen. Mit einer Leine, einer Schüssel und einer Bürste wie beim Hund ist es da nicht getan. Ich empfehle, zunächst einen Kurs zu besuchen und parallel dazu ein Einsteigerbuch zu lesen. Beim Kurs ist es ganz wichtig, dass die Interessenten auch direkt an den Bienen arbeiten dürfen, um zu erkennen, ob das etwas für sie ist oder nicht. Ideal ist ein Imkerpate in den ersten Jahren. Erfahrungen zeigen, dass fünf Jahre notwendig sind, um richtig imkern zu können. Aber ein Imker lernt eigentlich nie aus. Die Bienen überraschen einen immer wieder.

Vielen Dank, Dr. Kohfink. Allen Leser/innen, die sich mehr mit dem Thema beschäftigen möchten, empfehlen wir gern Ihr Blog und Ihr Buch «Bienen halten in der Stadt».

Biologisch aktive Böden als Basis

Die Bio-Richtlinien der EU, aber auch bekannte Biolabel, enthalten keine konkreten Bestimmungen zur Förderung der Biodiversität. Beim Umgang mit dem Boden im Weinberg beschränken sie sich mehr oder weniger auf ein Verbot von Kunstdüngereinsatz.

Biologisch aktiver Boden

Biologisch aktiver Boden im Weingut Harm in der Wachau

 

Biologisch aktive Böden sind jedoch die Basis für artenreiche Weinberge mit intakten natürlichen Kreisläufen. Die Delinat-Richtlinien verlangen deshalb die Förderung der biologischen Aktivität und Vielfalt der Böden durch geeignete Bewirtschaftungsmassnahmen. Der Winzer verpflichtet sich beispielsweise, seine Böden durch zurückhaltende Bearbeitung und durch dauerhafte Begrünung gegen Erosion, Auswaschung, Verdunstung und somit vor unnötigen Nährstoffverlusten zu schützen.

Was dem Weinberg durch die Ernte an Kraft und Nährstoffen entzogen wird, muss ihm in nachhaltiger Form zurückgegeben werden. Dafür kommt für Delinat-Winzer ausschliesslich bioaktive Düngung in Frage wie Kompost, Pflanzenkohle, Kräutertees oder Mulch. Grundsätzlich verboten sind: Mineraldünger, Düngekonzentrate, Herbizide und Gülle. Viehmist soll vor dem Ausbringen unbedingt kompostiert, zumindest aber 1 Jahr getrocknet werden.

Durch diese Vorgaben werden lebendige Böden und damit die Voraussetzungen für einen stabilen, möglichst autonomen Nährstoffzyklus im Weinberg geschaffen. In einem lebendigen Boden arbeiten in jedem Gramm der Krume Milliarden Mikroorganismen an der Schliessung der Nährstoffkreisläufe und für die Gesundheit der Pflanzen. Die Delinat-Richtlinien widmen sich ihrem Schutz und ihrer Förderung.

Richtlinien 1: Biologisch aktive Böden als Basis
Richtlinien 2: Begrünung garantiert lebendige Weinberge
Richtlinien 3: Mit ökologischen Hotspots gegen Monokultur
Richtlinien 4: Sekundärkulturen – der Weinberg als Mischgarten