Jahrhundertjubiläum im Veneto
William Savian und seine Familie führen das Weingut Savian seit 100 Jahren. Das wurde natürlich gefeiert: Mit Freunden und Familie, mit dem feinsten Prosecco des Hauses und mit Delinat. Wir gratulieren von Herzen!
Text
Nina Wessely
Redaktorin 03.07.2025
Delinat: William, wie war die Feier zu 100 Jahren Savian?
William: Die Feier war aussergewöhnlich. Es war die perfekte Gelegenheit, Familie, Freunde, Mitarbeitende, Lieferanten und Kundschaft von Savian zusammenzubringen. Diejenigen, die das Unternehmen von Anfang an unterstützt haben, trafen auf alle Generationen von Savian (lächelt).
Worauf bist du am meisten stolz in der Familiengeschichte der letzten 100 Jahre Savian?
Ich bin besonders stolz darauf, dass unsere Familie ihren Wurzeln treu geblieben ist. Gleichzeitig konnten wir den Respekt für unser Gebiet bewahren und neue Technologien einführen. All das hat uns in seiner Gesamtheit dorthin gebracht, wo wir heute sind. Das Unternehmen verfügt heute über die modernste Ausrüstung für die Bearbeitung der Weinberge. Das führt zu einem hochwertigen Wein und schützt die Umwelt. Darüber hinaus ist das Unternehmen dank einer Photovoltaikanlage mit fast 300 kW Leistung energieautark. Das ist schon sehr fein.
Von Errungenschaften ...
Worauf bist du seit deiner Übernahme besonders stolz?
Wir haben es geschafft, Savian in die Moderne zu führen, ohne dabei die Seele des Unternehmens zu verlieren. Wir haben in biologische Anbaumethoden investiert, und unsere Präsenz sowohl auf dem italienischen als auch auf dem internationalen Markt gestärkt. Das haben wir als starkes, vereintes Team geschafft. Besonders freut mich, dass die jüngste Generation – zu der auch meine Söhne gehören – nun beginnt, an dieser Reise teilzunehmen.
Wofür steht Savian? Was ist Savian im Kern?
Savian steht für eine Familie, die an harte Arbeit und an die Qualität ihrer Produkte glaubt. Das ist unsere grösste Stärke, die es uns ermöglicht hat, in diesen hundert Jahren so stark zu wachsen. Von einem kleinen Gut wie dem einstigen Podere Bainsizza hin zu dem beeindruckenden Unternehmen, das wir heute aufgebaut haben.
1993 haben wir beschlossen, die Produktion auf biologischen Anbau umzustellen. Wir gehörten zu den ersten in der Region, die an diese Innovation glaubten. Biologisch und nachhaltig in der Natur zu arbeiten, bedingt eine sorgfältige Kontrolle der Weinberge und der anschliessenden Verarbeitungsphasen. All das fordert das Team sehr. Belohnt werden wir durch ein gesundes, echtes und qualitativ hochwertiges Produkt.
Wie würde ein Mitglied der Familie Savian in 300 Jahren das heutige Weingut beschreiben?
Ich hoffe, sie würden etwas sagen wie: «Rückblickend auf das Jahr 2025, dem Jahrhundertjubiläum unseres Unternehmens, haben sie es geschafft, ihr Erbe zu ehren und gleichzeitig Innovation zu leben. Stets mit einem offenen Blick für den Planeten und die Natur ringsum.»
... und Zukunftsaussichten
Savian in 100 Jahren?
Ich stelle mir ein Weingut vor, das sich noch stärker der Nachhaltigkeit verschrieben hat. Das weiterhin im Besitz der Familie Savian ist, mit meinen Enkeln an der Spitze des Unternehmens. Ich bin sicher, dass sich trotz aller Veränderungen, die notwendig sein werden, um unser Unternehmen an die Zukunft anzupassen, das Herz von Savian nicht verändern wird. Damit so auch zukünftige Generationen unsere Grundwerte wie Respekt für das Land und harte Arbeit weitertragen.
Weinbau im Veneto in 100 Jahren?
Venetien ist derzeit eine führende Weinregion, und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Unsere Gegend ist besonders reich an kalkhaltigen Lehmböden, die dem Endprodukt angenehm salzige Noten verleihen, die typisch für unser Terroir sind.
Sich an den Klimawandel anzupassen, wird sicher unausweichlich sein, aber ich vertraue darauf, dass neue Technologien auch künftig eine fortlaufende Bewirtschaftung der Weinberge ermöglichen. Ähnlich wie heute, oder sogar noch besser.
Über die Autorin
Nina Wessely, Redaktorin
Ich liebe Wein. Und ich liebe die Natur. Beides bei Delinat gefunden zu haben, macht mich glücklich. Und von diesem Glück erzähle ich gerne.