Erntebeginn bei Delinat-Winzern

Gute Qualität, aber geringe Erträge“ – das ist der Tenor vieler Delinat-Winzer zum Erntebeginn 2010. Nach teilweise extremen Wetterbedingungen im Frühjahr und Sommer (siehe auch den Artikel „Klimawandel und Weinbau“)  haben wir uns schon einmal umgehört, wie die Chancen auf einen guten Jahrgang 2010 stehen:

Wie hier im Rioja mussten die Reben in vielen Weinregionen mit Hitze und Trockenheit zurecht kommen. Links Francisco Ruiz (Osoti), rechts David Rodriguez (Delinat).

Frankreich – Languedoc

Im Winter und Frühling hatten wir genügend Niederschläge, die die Trockenperiode 2009 mehr als kompensierten. Die Blüte entwickelte sich bei nahezu perfekten Bedingungen.“ berichtet Louis Fabre (Château Coulon). Seit Ende Mai aber waren bis heute im Languedoc keine nennenswerten Niederschläge zu verzeichnen. Die Reben beginnen etwas unter Trockenstress zu leiden, allerdings nicht im gleichen Masse wie im Vorjahr, in dem 30 bis 50 % Ernteausfall die Regel waren. Chardonnay und Sauvignon blanc wurden bereits geerntet: „Die Trauben sind gesund, aromatisch und weisen einen guten Säuregehalt auf.“ freut sich Louis.

Spanien – Rioja und Extremadura

Auch im Rioja zog sich der Winter in die Länge; ein sehr kühler und trockener April führte zu einer verzögerten Blüte. Im Sommer, der sich durch grosse Temperaturschwankungen und Trockenheit auszeichnete, konnte diese Verzögerung nicht aufgeholt werden, so dass die Ernte etwa 10 Tage im Rückstand ist. Francisco Ruiz (Osoti Viñedos Ecológicos ) rechnet mit 20% weniger Ernte als im Vorjahr: „Das liegt allerdings weniger am Wetter als an unseren Begrünungsversuchen.“ sagt er. „Dafür wird die Qualität ausgezeichnet sein, wenn nichts dazwischen kommt!

Ähnlich sieht Önologe Juan Sojo (Cerro la Barca) die Situation in der Extremadura. Er freut sich über einen perfekten August: „Warme Tage, kühle Nächte und etwas Regen. Aufgrund der ausgezeichneten Wetterbedingungen erwarten wir eine sehr gute Ernte, sowohl in Menge als auch in Qualität.

Italien – Montepulciano

Der regenreiche Frühling war hier in Montepulciano nicht weiter problematisch“ sagt Alberto Brini (Podere Il Conventino). Der kühle Juni hemmte das Wachstum der Pflanzen; es gab einige Attacken des Falschen Mehltau, die die Reben aber nicht stark schädigten. „Wir sehen den Schaden als eine Art natürliche Selektion der Trauben. Erst Ende September werden wir verspätet mit der Ernte starten – und hoffen natürlich auf weiterhin schönes Septemberwetter!

Schweiz – Satigny

Am Genfer See verzögerte der lange Winter ebenfalls Austrieb und Blüte der Reben. Nach dem regenreichen August hofft man hier auf einen trockenen und sonnigen September. „Dann können wir einen guten Jahrgang erwarten, der aber wahrscheinlich nicht an den 09er herankommen wird.“ berichtet Willy Cretegny (Domaine de la Devinière) aus Satigny.

Deutschland – Pfalz

Die Reben sind gesund“ sagt Alexander Pflüger (Weingut Pflüger), der Ertrag allerdings wird auf Grund von Verrieselung geringer ausfallen. Aber die Verrieselung wird bei den Pflügers angestrebt: „Die Weintrauben sind lockerbeerig und von bester Qualität. Charakteristisch für diese Trauben sind die kleinen neben den normal grossen Beeren; die kleinen Jungfernbeeren enthalten viel Fruchtzucker, Aromen, Extrakt, aber praktisch keinen Saft.“ erzählt Alexander.  Gerade der Riesling sei für die Verrieselung empfänglich: „Daher auch der Name Riesling!“ Wenn der Herbst gut verläuft, erwartet er einen „exzellenten Jahrgang„.

Matthias Metze

Matthias Metze

Webmaster bei Delinat
Bio heisst vor allem Genuss - gerade beim Wein. Bio ist zudem ein Genuss für die Natur: Leben statt Ödnis in den Weinbergen! Bei Delinat kann ich für beides arbeiten - und das ist mir wichtig.
Matthias Metze

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5 comments

  1. Sehr verehrte Damen und Herren,
    gerade habe ich den Blog-Artikel „Erntebeginn bei den Delinat-
    Winzern gelesen und da fällt mir zum Leserstreit „ss und ß“ beim Absatz Frankreich-Languedoc ein, dass dieses „Masse“ das beste Beispiel dafür ist, dass man das weiche ß hier bestens verwenden kann. Ansonsten bin ich nun bestens informiert über die Ernteaussichten in ganz Europa.

    MfG
    Josef Pöschl

  2. Grüezi Herr Pöschl
    Wahrscheinlich sind sie ein Beamter welcher keine anderen Sorgen hat.Hört denn das nie auf mit dem „ss“ „ß“.
    Gewöhnen Sie sich daran, dass es im deutschrachigen Raum verschiedene Gepflogenheiten betreffend der Sprache gibt.
    Kommen Sie mal einige Zeit in die Schweiz. Sie werden Augen machen dass es für viele Menschen zur selbstverständlich gehört alle 4 Landessprachen in Wort und Schrift zu beherschen. Es ist nichts ausgewöhnliches wenn in der „Deutschen Schweiz“ im Restaurant ein Thé citron oder eine Infusion de verveine bestellt. wird. Nun sind Sie paff sie Kleinkrämer.
    m.f.g. Walter Scharnagl

  3. Grüezi Herr Scharnagel,
    der eigentliche Kleinkrämer sind Sie, denn Sie haben noch nicht bemerkt, dass (oder daß) es noch andere Probleme im internationalen schriftlichen Kontakt gibt, da Ihre Ü und Ö auch nicht ueberalle auf Verstaendnis stoss(ß)en. Schade, wenn in solchen Faellen wie hier jemand diesen Ton einbringt. Scheinbar haben Sie auch nicht kapiert, um was es geht.

  4. Sehr geehrte(r) GH

    1. Haben Sie meinen Namen falsch ABgeschrieben, wenigstens abschreiben sollten Sie können.

    2. Warum nennen sie nicht Ihren vollen Namen lieber „GH“

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