Ernteausfälle beim Akazienhonig

Bienen sind für ihren grossen Fleiss bekannt. Doch in den Robinienwäldern Bulgariens und Norditaliens, wo sie üblicherweise reichlich Nektar für den beliebten Akazienhonig finden, blieben sie in diesem Jahr fast arbeitslos.

In Bulgarien gibt es riesige Mischwälder, die von Robinien (Robinia pseudoacacia, falsche Akazie oder Scheinakazie) dominiert werden. Bienen lieben den Nektar ihrer Blüten.

Wegen aussergewöhnlich viel Regen und tiefer Temperaturen im Winter und Frühjahr konnten die Blüten kaum Nektar produzieren, den die Bienen zur Honigproduktion benötigen. „Das gab es in Bulgarien in den vergangenen 14 Jahren nie mehr. Wir konnten heuer bloss 10 Prozent der üblichen Menge an Akazienhonig ernten“, sagt Imker Gerasim Dotchev, der Delinat mit Bio-Honig beliefert. In Ungarn und Rumänien stellten sich dieselben Probleme und auch aus den Robinienwäldern Norditaliens tönt es wenig erfreulich: „Die Ernte war äusserst schlecht. Daher ist dieses Jahr überhaupt kein Akazienhonig verfügbar“, meldet unser Lieferant Alessandro Lanza aus Verona.

Delinat hat vorgesorgt

Somit zeichnen sich beim Akazienhonig Engpässe ab und die Preise dürften anziehen. Wir haben jedoch vorgesorgt und von der letztjährigen, sehr guten und reichlichen Ernte etwas mehr eingekauft. Deshalb sind wir nun in der glücklichen Lage, Sie weiterhin mit biologischem Akazienhonig beliefern zu können – zu den bisherigen Preisen.

Bei den übrigen Honigtypen gibt es keine Ernteprobleme, melden unsere Imker übereinstimmend. Das Bienenjahr 2010 hat sich sowohl in den Ostländern als auch in Norditalien und Spanien normalisiert, so dass mit guter Qualität und ausreichender Menge gerechnet werden kann.

Matthias Metze
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2 comments

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin Delinat-Kunde und Imker. Mein 25 Bienenvölker bewirtschafte ich nach Öko-Richtlinien (bin zwar nicht zertifiziert, da mir die Kontrollen zu teuer sind – imkere aber nach der EU-Ökoverordnung). Mich würde nun interessieren, wie die Delinat-Imker im Einzelnen ihre Bienenzucht betreiben. Zu bedenken gilt stets, dass die Honigbiene einen Sammelradius von rund sechs Kilometern hat – da wird es schwierig, nur auf ökologisch bewirtschafteten Flächen Nahrung zu finden. Darüber hinaus arbeite ich beim „Netzwerk blühende Landschaft“ mit, um für alle bestäubenden Insekten bessere Nahrungsgrundlagen zu schaffen.

    Auf einen Dialog würde ich mich sehr freuen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Royer

  2. Sehr geehrter Herr Royer,

    sowohl nach Schweizer wie auch nach den EU-Richtlinien ist vorgeschrieben, dass im Umkreis von 3 km um den Standort der Bienen die Bienenweide „im wesentlichen aus Pflanzen des ökologischen Land- baus und/oder Wildpflanzen“ bestehen muss.

    Das Problem, dass die Bienen ihren Nektar auch in konventionell bewirtschafteten Flächen sammeln, tritt vor allem in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland und der Schweiz auf. Unsere Imker in Bulgarien, aber auch die italienischen Imker haben das Glück, ihren Honig in Naturschutzgebieten oder kaum bewirtschafteten Landstrichen gewinnen zu können.

    Um ganz sicher zu gehen, lassen wir jeden Honig auf Rückstände untersuchen.

    Herzliche Grüsse
    Matthias Metze

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