Summende Helfer im Weinberg – Delinat-Winzer und ihre Bienen
Zum Weltbienentag am 20. Mai erzählen uns drei Delinat-Winzer und -Winzerinnen, inwiefern die Bienen für sie nicht nur willkommene Honiglieferanten sind, sondern vor allem unverzichtbare Mitstreiter für gesunde Reben und lebendige Biodiversität.
Text
Nina Wessely
Redaktorin 15.05.2025
Am 20. Mai ist Weltbienentag – ein Anlass, um die Aufmerksamkeit auf ein kleines Tier mit großer Wirkung zu lenken, auf das wir viel besser Acht geben müssten. Bienen sind essentiell für den Fortbestand funktionierender Ökosysteme. Zudem gäbe es ohne sie nicht nur weniger Obst, Gemüse und Honig, sondern auch weniger gute Weine. Wir haben bei drei Delinat-Weingütern nachgefragt, inwiefern Bienen Bestandteil des Betriebs sowie ihrer Philosophie sind.
Honig für Freunde, Vielfalt für den Wein
In den sanften Hügeln der Maremma liegt das Weingut der Familie Salustri. Hier arbeiten Leonardo und Marco Salustri seit Jahrzehnten im Einklang mit der Natur. Zum Hof gehören auch mehrere Bienenvölker, die Leonardo gemeinsam mit zwei Mitarbeitenden betreut. „Der Honig, den wir ernten, wird nicht verkauft, sondern als Geschenk an Freunde und Verwandte weitergegeben", erzählt der Winzer.
Für ihn ist der Nutzen der Bienen offensichtlich: „Sie verbessern die Biodiversität und die Qualität unserer Trauben. Ohne sie wären unsere Landwirtschaft und Ernährung gefährdet.“ Für das Weingut hätten die kleinen Flieger auch seit jeher eine symbolische, kulturelle Bedeutung, erzählt er: „Die Biene steht für Fleiss, Organisation und Süße. Ihr Verschwinden wäre ein großer Verlust.“ Die Bienen auf dem Delinat-Weingut Salustri sind also weit mehr als Honiglieferanten, sie sind Mitgestalter eines lebendigen Weinbergs.
Blühende Vielfalt und ein Herz für Insekten
Auf dem traditionsreichen Weingut Hirschhof im rheinhessischen Westhofen sieht Familie Zimmer das ähnlich. Für den Schutz der Wildbienen sind sie als Weingut sogar Teil eines wissenschaftlichen Projekts. Der Bestand und die Eignung der Weinberge für Wildbienenpopulationen wird seit Jahren regelmässig überprüft und sichergestellt.
Auch das Auge profitiert: Denn zwischen den Rebzeilen blüht es von Frühjahr bis Herbst – und das ist kein Zufall. „Wir säen gezielt artenreiche Blühmischungen aus, um Bienen, Hummeln und anderen Insekten einen reich gedeckten Tisch zu bieten“, erzählt Winzer Tobias Zimmer.
Neben der Bestäubung fördern die Insekten auch das ökologische Gleichgewicht im Weinberg – etwa durch die Bekämpfung von Schädlingen auf natürliche Weise. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel kommen hier selbstverständlich nicht zum Einsatz, das schützt auch die nützlichen Helfer. „Die Vielfalt im Weinberg ist kein Selbstzweck – sie wirkt sich direkt auf die Reben und die Weinqualität aus“, ist sich Winzer Tobias Zimmer sicher.
Die Biene als Sympathieträger und Schutzpatron
In den italienischen Marken liegt die malerische Tenuta San Giovanni. Auch hier ist Biodiversität mehr als ein Schlagwort. Neben Hecken, Trockenmauern und Kräuterrasen gehört auch ein eigener Bienenstand zum Gut. „Die Bienen sind bei uns nicht nur nützliche Helfer, sondern auch ein Zeichen dafür, dass unser Ökosystem funktioniert“, erklärt Katia Stracci vom Weingut.
Die Trauben profitieren davon gleich doppelt: Die Bestäubung durch Bienen erhöht die Biodiversität im Umfeld der Reben. Das wirkt sich positiv auf die Bodenfruchtbarkeit, das Mikroklima und die Schädlingsregulierung aus. „Wir führen während der Rebblüte keinerlei Behandlungen durch – aus Rücksicht auf unsere Bienen und die natürliche Bestäubung“, ergänzt Katia. „Die Arbeit der Bienen macht unsere Trauben gesünder, und unsere Weine lebendiger."
Nicht zuletzt hängen laut der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) rund 75 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion direkt oder indirekt von der Bestäubung ab. Im Weinbau stärken Bienen das ökologische Gleichgewicht, fördern die Flora und verbessern so indirekt auch die Bodenqualität.
Blühstreifen, Bienenweiden, Hecken und Nistplätze sowie der Verzicht auf bienenschädliche Substanzen sind daher nicht von ungefähr wichtige Bestandteile der Delinat-Methode. Sie dienen auch dem Schutz der Biene. Mögen also, in diesem Sinne, nicht nur Schmetterlinge weiterhin durch die Weinberge fliegen, sondern auch ihre gestreiften Kumpanen und Sympathieträger, die Bienen.
Weiterlesen:
Hirschhof schafft Lebensraum der Wildbienen
Wie geht es den Bienen? Ein Gespräch mit Bienenexperte Michael Eyer
Über die Autorin
Nina Wessely, Redaktorin
Ich liebe Wein. Und ich liebe die Natur. Beides bei Delinat gefunden zu haben, macht mich glücklich. Und von diesem Glück erzähle ich gerne.