Meine Empfehlung: Conterocca vom Weingut Salustri

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier die persönliche Empfehlung von Kevin Benz, Kundenberater in St. Gallen:

Das Weingut Salustri liegt mitten in der wild-romantischen Landschaft der Hochmaremma, im noch jungen DOCG-Gebiet Montecucco. Dort wurden wir von Leonardo und seinem Sohn Marco herzlich begrüsst.  Signor Salustri senior führte uns gleich  in sein Fachgebiet ein, den Rebberg. Auch hier sind die Weinberge von Hecken, Büschen und Bäumen umgeben – ein Naturparadies! Dort durften wir seinen eigenen Sangiovese-Klon, den er vor vielen Jahren in einem alten Rebberg entdeckt hatte, begutachten. Eingebettet in eine traumhafte Pflanzenvielfalt ist dieser spezielle Klon seine Trumpfkarte für die hervorragenden Weine.

Salustri
Links Leonardo Salustri, rechts der Autor. Im Hintergund hören weitere Bildungsreisende gespannt zu.

Nach dem Rundgang ging es zur Verkostung. Wir degustierten die gesamte Palette der Salustri-Weine durch. Es war ein herrliches Vergnügen! Jeder Wein wurde von einer spannenden Geschichte und wohlriechenden Speisen begleitet.

Einer zog mich besonders in seinen Bann: Der Conterocca, ein authentischer Toskaner, wird aus den regionstypischen Trauben Sangiovese und Ciliegiolo gekeltert. Mich überzeugte er durch den Duft nach frischen dunklen Beeren, Steinobst und Kaffee. Im Gaumen erlebt man einen knackigen Auftakt, gefolgt von einem samtigen leicht herben Gaumengefühl und einem fruchtig-würzigen Abgang. Ein Wein mit viel Charakter.

Durch die frische und angenehme Säure, gepaart mit seiner Würzigkeit und dem angenehm spürbaren Tannin, ist der Conterocca ein perfekter Begleiter zu Speisen, welche reich an Kohlenhydraten sind, wie einem klassischen herzhaften Ragú Bolognese mit Pancetta. En Guete!

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Mein Favorit von der Norditalien-Reise: Barbera Cecilia Zucca

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Pirmin Muoth, Depotleiter in Bern, stellt hier seinen persönlichen Favoriten vor:

Schon der erste Eindruck bei der Ankunft im Weingut Poggio Ridente im Monferrato überzeugte mich: kleinparzellige Rebflächen und reiche Biodiversität drum herum mit vielen Büschen, Bäumen und Hecken. Später erfuhren wir, dass Cecilia Zucca dort fast unbekannte, autochthone Sorten wie Albarossa und Busanello kultiviert. Die lebendige Winzerin beeindruckte mich dann noch mehr.  Ihre Liebe zum nachhaltigem Weinbau trotz klimatisch eher schwieriger Bedingungen wirkt durch und durch authentisch. Dabei hat sie sich ihre Freude am Experimentieren bewahrt – im Versuchsanbau wächst bei ihr Viognier und sogar Riesling!

Barbera Cecilia Zucca
Links Cecilia Zucca, rechts der Autor beim Rundgang durch die Reben. In der Mitte: Barbera Cecilia Zucca.

Den Barbera von Cecilia Zucca degustierten wir im altehrwürdigen Kellergewölbe des Weingutes in Cocconato. Die Fruchtigkeit dieses Weines mit seinen Noten von Sauerkirschen gefällt mir sehr, perfekt gepaart mit seinen erdigen Noten von Teer und Waldboden. Die Struktur dieses jugendlichen Barbera ist eher leicht und filigran, die Tannine sehr schön eingebunden und der Abgang von einer lebendigen Frische gekennzeichnet. So muss Barbera schmecken!

Zum Nachtessen tischte die Winzerin ein Vitello tonnato auf, das zusammen mit dem Barbera herrlich mundete. Auch eine Pasta mit Ragout oder eine Gemüsequiche ist ein perfektes Match. Mein Tipp: Der Barbera sollte leicht gekühlt getrunken werden, dann kommt die schöne Fruchtigkeit und die Beschwingtheit des Weines sehr gut zur Geltung.

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Im schönsten Altweibersommer

Die Sommertage werden kürzer und die morgendliche Frische kündigt untrüglich den Herbst an. Er ist auch die Ankündigung eines sich schliessenden Zyklus: Die Natur bereitet sich auf eine erholsame Ruhezeit vor, um dann im Frühling mit neuer Kraft zu erwachen.

marienkafer

Ähnlich ist der Lebenszyklus eines Weines. Vom ungestümen Jungwein mit frischer Frucht und noch wilder Struktur, einem Wildbach gleichend, verliert er allmählich sperrige Ecken und Kanten, wird geschmeidiger, harmonischer und zugänglicher, einem ruhigen dahinfliessenden Fluss gleich. Auf dem Genussplateau angekommen, kann er sich halten bis sich die junge Frucht langsam in reifere Kompottaromen verwandelt und würzige Noten das Bukett prägen. Die Tannine werden durch die Reifung im Barrique und in der Flasche samtig und weich.

Pasión Delinat
Reifung im Barrique-Keller: Pasión Delinat

In diesem reifen Stadium, vergleichbar mit einem herrlichen Altweibersommer, befindet sich der Pasión Delinat 2010. Die kürzlich im Team durchgeführte Verkostung hat zu folgender Degustationsnotiz geführt: «Intensives Rubinrot; im Bukett Aromen von Beerenkompott, Gewürznoten sowie Anklänge von Zedernholz, Tabak und Schwarztee; geschmeidiger Auftakt, ausgewogen und saftig am Gaumen, getragen von reif-würzigen Geschmacksaromen, feines Tannin; geschmeidig und langsam abklingend».

Wein und Tapas
Wenn es ein Rotwein zu Tapas sein soll, ist der Pasión Delinat erste Wahl.

Der Pasión Delinat 2010 hat sich also überdurchschnittlich schön entwickelt. Er bleibt ein sicherer Wert als Begleiter einer vielseitigen Tapas-Küche, harmoniert aber auch bestens zu kräftigen Gerichten, wie sie die bald aktuell werdende Herbstküche auf den Tisch zaubert.

Den Pasión Delinat 2010 finden Sie für EUR 7,30 / CHF 9.80 in unserem Webshop.

Ein neuer Freund aus Südfrankreich

Mit Rosé hatte ich lange Zeit wenig bis nichts am Hut. Was also tun, mit den zahlreichen Flaschen aus dem Delinat-Sortiment, die sich in meinem Keller über mehrere Jahre angesammelt hatten? Da fielen mir jene Freunde ein, die sich in der warmen Jahreszeit jeweils am 1. Sonntag im Monat an den Gestaden des Sempachersees zum Boule-Spiel treffen. Zum Ritual gehört, den friedlichen Wettkampf unter Schatten spendenden Bäumen mit Baguette, Boursin und einem Glas Wein ausklingen zu lassen.

Boule Spiel im Schatten
Boule Spiel im Schatten

So nutzte ich also eines schönen Sonntags die Gunst der Stunde, um mit ein paar Flaschen Rosé aufzukreuzen. Natürlich war die Freude über die offerierten Tropfen, darunter eine Flasche Cuvée des Amis aus der Provence, gross und die ohnehin gute Stimmung bald noch besser. Anstandshalber schenkte ich mir selber auch ein Glas ein, denn des galt ja auf das siegreiche Team anzustossen! Und dann geschah es: Baguette, Boursin und Cuvée des Amis entpuppten sich nicht nur für alle andern, sondern auch für mich als traumhaftes Trio! Mon Dieu, was für ein zauberhafter Rosé de Provence. Obwohl er schon gut zwei Jahre in der Flasche lag, kam er noch immer wunderbar fruchtbetont und spritzig-frisch daher!

Weingut und Ferienresidenz Château Duvivier
Weingut und Ferienresidenz Château Duvivier

Ich erzählte meinen Boule-Freunden noch, dass die Cuvée des Amis von Château Duvivier stammt, jenem Delinat-eigenen Weingut, das vielen fortschrittlichen Winzern in ganz Europa als Inspirationsquelle für biologischen Weinbau mit reicher Biodiversität dient und als idyllische Ferienresidenz schon vielen Natur- und Weinliebhabern Einblick in den Weinbau der Zukunft gewährt hat. Und so schmeckten Cuvée des Amis & Co. gleich nochmals einen Tick besser.

mehr ...

Eine Lanze für griechischen Wein

Griechische Weine haben einen schweren Stand, obwohl sie von der Tradition und vom Klima her auf Augenhöhe mit Gewächsen aus Italien, Frankreich und Spanien sein müssten. Aber in der Vergangenheit vermochte die Qualität halt oft nicht zu überzeugen. Und der Harz-Wein Retsina ist zwar ein Klassiker, aber kaum geeignet, um Griechenland in die Sphäre der renommiertesten Weinländer zu heben.

Heute aber breche ich eine Lanze für griechischen Wein und einen engagierten Delinat-Winzer, der trotz wirtschaftlich trostlosem Umfeld keine Kompromisse auf Kosten von Qualität und Natur eingeht. Als ich vor ein paar Jahren Apostolos Spiropoulos auf seinem Weingut auf der griechischen Halbinsel Peloponnes besuchte, erzählte er mir von schlaflosen Nächten. Sein Inlandgeschäft ist aufgrund der Wirtschaftsmisere in Griechenland innert kurzer Zeit regelrecht zusammengebrochen. Nur dank gutem Namen im Ausland konnte er sich mit Export über Wasser halten.

Winzer Apostolos Spiropoulos und Weineinkäufer David Rodriguez
Apostolos Spiropoulos (links) und David Rodriguez von Delinat

Umso mehr erstaunt mich, mit welchem Elan und welcher inneren Überzeugung er an der lückenlosen Umsetzung der strengen Delinat-Richtlinien arbeitet. «Unser Ziel ist es, ein klimaneutraler Weinbaubetrieb mit hoher Biodiversität zu sein», sagte er mir schon damals. Das kommt einer Herkulesaufgabe gleich, denn wirtschaftlich ist Griechenland nach wie vor ein Jammertal. Entmutigen lässt Apostolos sich dadurch nicht. Zu Recht: Wer einmal seine Weine probiert hat, wird staunen.

Geheimtipps griechischer Wein

Hier drei Geheimtipps, die ich Ihnen gerne verrate: Der Domaine Spiropoulos Nemea 2013 ist ein tiefroter, kräftiger Wein mit fein duftenden Beerenaromen. Er ist reinsortig aus der Agiorgitiko-Traube gekeltert. Es heisst, die besten griechischen Rotweine würden aus dieser autochthonen Sorte der Region Nemea auf der Halbinsel Peloponnes erzeugt. Diesem Urteil kann ich mich anschliessen, auch wenn der Spiropoulos Porfyros 2013 eine ebenbürtige Alternative ist. Bei dieser kraftvollen, geschmeidigen und eleganten Cuvée zeigt die dominante Agiorgitiko, wie schön sie mit internationalen Grössen wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc harmonieren kann.

mehr ...

Südfrankreich – von der Masse zur Klasse

«Faire pisser la vigne», lautete bis in die 1980er-Jahre die Devise in Südfrankreich. Massen- und Überproduktion brachten nicht nur minderwertige Weinqualität, sondern trieben auch viele Weinbauern in den Ruin. Mittlerweile ist alles ganz anders.

Weinlandschaft im Languedoc
Weinlandschaft im Languedoc

In den Weinregionen Südfrankreichs hat vor rund 25 Jahren ein einzigartiges Qualitätsdenken eingesetzt. So haben etwa die Winzer der Corbières, dem grössten und bekanntesten Weinbaugebiet des Languedoc, nicht nur das grossartige Potential einheimischer Traubensorten wie Grenache, Syrah, Carignan oder Mourvèdre entdeckt. Sie haben auch gemerkt, dass sich das Klima hervorragend für biologischen Qualitätsweinbau und weitere bekannte Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot eignet. Da diese Sorten für AOP-Qualitätsweine (Appellation d’Origine Protégée) aus dem Languedoc nicht zugelassen sind, wurde die neue Klassifizierung Pays d‘Oc IGP (Indication Géographique Protégée) geschaffen. Ein Volltreffer, wie man heute weiss. Die preiswerten aber qualitätsvollen Landweine trugen das ihre zum Aufschwung der Region bei.

Klasse statt Masse – die Devise gilt heute nicht nur für das Languedoc, sondern auch für die einst ebenfalls für minderwertige Massenweine bekannten Weinregionen Côtes du Rhône und Provence. Das Rhonetal war lange Zeit eines der verkanntesten Weinbaugebiete Frankreichs. Doch auch hier haben Qualitätsdenken und Rückbesinnung auf biologischen Rebbau zu feurigen, dichten und aromatischen Rotweinen mit feiner Würze geführt, bei denen Syrah und Grenache die Hauptrollen spielen.

Blühender lavendel vor Weinberg

Die Provence, einst fast ausschliesslich für die Massenproduktion von Rosé-Weinen bekannt, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ihrerseits zu einer aufstrebenden Rotweinregion entwickelt. Insbesondere Rotweine aus der Côte de Provence, der grössten Appellation dieser Region, bestechen oft durch hohe Qualität. In ihnen spiegeln sich im besten Fall die feinen Düfte und Aromen der in bunten Farben erstrahlenden Provence-Landschaft.

Für alle Weinregionen Südfrankreichs gilt: Die Rotweine werden meist aus mehreren Traubensorten als Cuvées erzeugt. Zu den wichtigsten autochthonen Reborten zählen Syrah, Grenache, Carignan, Cinsault und Mourvèdre.

Tempranillo, Almagro, Almodóvar…

Dieser Artikel des Weinjournalisten Thomas Vaterlaus erschien im Mai 2009 in der Weinlese Nr.14. Anlässlich des 5-jährigen Jubiläums des Pasión Delinat haben wir ihn wieder ausgegraben. Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Am Anfang war die Vision eines Tempranillos mit südlichem Temperament, Sinnlichkeit und würzigem Charme. Es folgten sechs Jahre hartnäckige Weinentwicklungsarbeit in der Mancha. Gefunden hat David Rodriguez dabei nicht nur den erwünschten Wein, sondern auch Juan, den Dorfpoeten aus Almagro, «Emoción» in ländlichen Flamencokneipen und wind-böige Geister im endlosen Steppenland. Das Resultat von alldem heisst Pasión Delinat und ist mehr als ein Wein.

In nur fünf Jahren zu einem der beliebtesten Delinat-Weine: Pasión Delinat
In nur fünf Jahren zu einem der beliebtesten Delinat-Weine: Pasión Delinat

Beinahe hätte ich es Jorge, dem jungen Kellermeister, damals geglaubt. «Ein sinnlich fruchtiger La-Mancha-Wein braucht kein Holz …», sagte er mir bei meinem ersten Besuch im Frühling 2003 immer wieder. Dann, beim Rundgang durch den Keller, sah ich ein Dutzend einsame Barrique-Fässer verloren in einer dunklen Ecke stehen. Ich musste Jorge beinahe mit Gewalt zwingen, von diesem Wein kosten zu dürfen. Als ich den Tempranillo im Gaumen hatte, konnte ich seine Vorbehalte verstehen. Das war in der Tat kein wirklich geglückter Barrique-Wein. Und doch spürte ich ein «Kribbeln» in mir. Ich hatte plötzlich eine klare Vision eines La-Mancha-Weins, der südliches Temperament mit samtiger Würzigkeit vereint, auf völlig natürliche Weise, ohne dass man dabei an Barrique-Ausbau denkt.

In den stimmungsvollen Gassen Madrids findet sich immer eine einladende Taverne für eine Tapa mit Wein.
In den stimmungsvollen Gassen Madrids findet sich immer eine einladende Taverne für eine Tapa mit Wein.

Wie aber kann man so eine «Emoción», eine sinnliche Schwingung, in einen konkreten Wein umsetzen? Je mehr ich meine Vision analysierte und präzisierte, umso mehr verschwand das ursprüngliche Bild. Und es wurde noch schwächer, als ich es Jorge, dem Kellermeister, vermitteln wollte, der zusammen mit mir diesen neuen Wein komponieren sollte. Sicher, wir machten uns an die Arbeit, experimentierten mit verschiedenen Traubenqualitäten und Holztypen. Doch beim Degustieren der Fassmuster herrschte schnell jene nüchterne Routine («Wenn wir die Frucht von Muster Nr. 2 mit der Würzigkeit von Nr. 6 und der saftigen Säure von Nr. 8 kombinieren, sind wir ein Stück weiter …»), die ich zwar von vielen Kellereibesuchen schon kannte, aber hier unbedingt vermeiden wollte.

Die Stimme von Almagro

An einem warmen Herbstabend, als wir wieder einmal nicht weiterkamen, nahm mich Jorge mit nach Almagro. Ich erwartete ein schlichtes Strassendorf mit weissen Häusern und geschlossenen Läden, durch das nachts der ruppige La-Mancha-Wind pfeift. Doch Almagro entpuppte sich als mittelalterliches Juwel von vollkommener Schönheit. Da war es plötzlich wieder, dieses Kribbeln. Vor allem, als wir in der Calle Jerónimo Ceballos zufällig auf Juan Vicente Guzmann trafen. Der alte Mann mit dem mächtigen, grauen Schnurrbart war einst Maultierscherer und Lastwagenfahrer. Heute ist er Schauspieler, Dichter und die lyrische Stimme von Almagro. Er erzählte uns vom spanischen Kultfilmemacher Pedro Almodóvar, der hier etliche Schlüsselszenen seines Filmes «Volver» mit Penélope Cruz in der Hauptrolle gedreht habe. Dann flüsterte er mir ins Ohr: «Was dieser Film erzählt, nämlich dass in Almagro die Toten lebendiger sind als die Lebenden, ist keine Fiktion, sondern durch und durch wahr.»

Pasión Delinat mit Tapas: eine gelungene Kombination
Pasión Delinat trifft «Gran Cocina en Miniatura», Spaniens moderne Tapasküche – eine gelungene Vermählung.

Während wir später im Restaurant El Corregidor eine lokale Spezialität namens «Perdiz de Casa en Escabeche Suave» (eine Suppe mit Wildgeflügel, Eiern, Pepperoni und Pilzen) assen und dazu einen frischfruchtigen Joven aus der Gegend genossen, erzählte uns der Wirt, dass in der Bar um die Ecke eine hiesige Band ein «Nuovo Flamenco»-Konzert gebe.

Spanische Gitarrenklänge

Die Bar war schon proppenvoll, als wir ankamen. Zwei Gitarristen, eine Sängerin, ergänzt durch Elektrobass und Perkussion, entfachten ein südliches Feuerwerk. Über warm dahinfedernden Bassläufen kreisten, wie Bussarde in luftiger Höhe, die schnellen Sololäufe einer Akustikgitarre. Der Sound wirkte international und urspanisch zugleich. Auf der rappelvollen Tanzfläche entdeckten wir plötzlich die junge Frau, die uns vorhin im Restaurant bedient hatte. Mit schlängelnden Armbewegungen, fliegendem Haar und lasziven Hüftbewegungen wiegte sie sich im Takt dieses Neo-Sevillanas. Und um sie kreiste mit zackigen Fussbewegungen und typisch südlicher Machismo-Gestik ein älterer Mann.

So temperamentvoll wie der Pasión Delinat ist Spaniens Lebensfreude.
So temperamentvoll wie der Pasión Delinat ist Spaniens Lebensfreude.

Was die beiden hier aufführten, ohne sich freilich auch nur einmal zufällig zu berühren, liess einem den Atem stocken. Doch nach ein paar Stücken kehrten sie beide für sich allein in jene Ecke zurück, wo ihre Freunde sassen, und nahmen fortan keine Notiz mehr voneinander. «So ist das eben hier in der Mancha», sagte Jorge und lachte. Als wir morgens um zwei Uhr durch die leeren Strassen zu unserem Auto zurückspazierten, hatte ich zum ersten Mal ein richtig gutes Gefühl. Ich wusste, dass uns dieser Abend helfen würde, unser Weinprojekt erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Die Seele des Weines

So war es denn auch. Natürlich: Es sollten noch unzählige Diskussionen über Säure, Eichenholzwürze, Alkohol und Frucht folgen. Mit den Winzern arbeiteten wir parallel dazu intensiv an der Verbesserung im biologischen Anbau. So experimentierten wir etwa mit verschiedenen Konzepten in Bezug auf eine Begrünung der Rebberge in einer so trockenen Gegend wie der Mancha. Doch immer, wenn es um die Identität, um die Seele dieses Weines ging, um Werte wie Sinnlichkeit, Temperament, Emotion und Leidenschaft, half uns die gemeinsame Erinnerung an den Abend in Almagro. Es sollte übrigens nicht der einzige bleiben. Bei meinen Besuchen in der Mancha bin ich seither immer wieder nach Almagro zurückgekehrt.

Jorge Martinez, Kellermeister
Kellermeister Jorge Martinez prüft den neuen Pasión Delinat.

Wenn ich heute den Pasión Delinat im Glas habe und dazu die CD höre, die wir speziell für diesen Wein aufgenommen und produziert haben, dann sehe ich alles vor mir: die wunderschöne Plaza Mayor von Almagro, Juan, den alten Poeten, Penélope Cruz im Film «Volver», den Wind, der nachts ausgetrocknete Zweige durch die Strassen wirbelt, die knisternde Erotik eines Flamencotanzes und vieles mehr. Vor allem aber denke ich an jenen ersten Besuch in der Kellerei von Jorge im Frühling 2003 und die verlorenen Barriques in jener dunklen Ecke. Heute reift unser Wein in ungleich mehr Barriques. Und weil es ein durch und durch gelungener Wein ist, versteckt Jorge diese Barriques auch nicht mehr. Sie thronen gut ausgeleuchtet in der Mitte des imposanten Kellers. Jorge ist auf diesen Wein längst ebenso stolz wie ich.


Fünf Jahre Pasión Delinat: Der Tempranillo mit dem würzig-fruchtigen Charme ist in nur fünf Jahren zu einem der beliebtesten Delinat-Weine geworden.

Feiern Sie mit uns: Fünf Tage geben wir Ihnen 20% auf jeden Karton Pasión Delinat.
Greifen Sie zu, das Angebot ist limitiert –>
(gültig vom 17. bis zum 21. Mai 2014)

Soave La Casetta

Weinberg La Casetta

Das tolle an diesem Soave ist seine Vielseitigkeit. Mit seinem angenehm fruchtigwürzigen Bukett und seiner Harmonie am Gaumen ist er ein Kombinationsgenie: Er passt er zu vielen verschiedenen Speisen ohne auch nur den Hauch von Langeweile zu verströmen – für mich ein rundum guter Wein, der von Jahrgang zu Jahrgang seine hohe Qualität hält. Die Fasolis ragen mit dieser Perle heraus aus einem Meer von unzähligen belanglosen Soaves, die den Ruf dieser italienischen Weissweinspezialität ramponiert haben.

SoaSoave La Casettave La Casetta
Soave DOC 2012
www.delinat.com/5357.12

6 x Gold für Delinat

An zu vielen Weinprämierungen werden zu viele Medaillen verliehen. Daher nehmen wir nur an den wichtigsten Wettbewerben teil. Einer davon ist der internationale Bio-Weinpreis «MundusVini Biofach», der am 12. Februar an der Biofach, der weltweit bedeutendsten Bio-Messe, verliehen wurde. Hunderte von ökologisch produzierten Weinen wurden bereits im Vorfeld der Messe degustiert und bewertet.

mundusvini_wein

Gerade an dieser Veranstaltung freut uns ein solcher Erfolg dann doch sehr. Der Wettbewerb wendet sich sich an Erzeuger wie an Verbraucher (Zitat von mundusvini.de):

«Die Auszeichnung soll Herstellern, Winzern, Importeuren und Konsumenten ein Forum bieten, das zum Einen eine wertvolle Entscheidungs- und Orientierungshilfe beim Weineinkauf bietet und zum Anderen eine breite Öffentlichkeit erreicht. Was dem Weinkunden hilfreiche Orientierung ist, bedeutet für den Erzeuger eine Bestätigung seiner Bemühungen.»

Orientierung für den Weinkunden

Das Ergebnis ist also ein Erfolg für Delinat-Winzer wie auch Bestätigung für Kundinnen und Kunden: 6 x Gold für Delinat-Weine! Dass die Gewinner von besonderer Qualität sind, wissen wir allerdings schon länger: Es sind durchwegs alte Bekannte, die auch auf delinat.com höchste Bewertungen erzielten. Allen voran das Flaggschiff von Albet in Noya, der Reserva Marti: Diese Spitzencuvée scheint Gold abonniert zu haben (siehe auch den Artikel vom März 2010: Biofach-Gold für Reserva Martí). Aber auch die anderen Gewinner haben ihre Fans, vor allem der geschmeidige Conterocca aus der Toskana und der Terroir-geprägte Roches d’Aric aus dem Corbières.

 Hier finden Sie alle Gold-Weine →

Albet i Noya Reserva Martí

Reserva Marti

Anfänglich an einen feinen Bordeaux erinnernd, hat sich die Riserva Martí über die Jahre zu einer eigenständigen Spitzencuvée entwickelt. Durch die wechselnde Assemblage hat jeder Jahrgang für mich vorerst etwas Geheimnisvolles. Beim Jahrgang 2009 bilden Syrah und Cabernet Sauvignon eine Traumkombination. Der Wein ist schon überraschend zugänglich. Bei aller Komplexität kommen die fruchtigen Noten wunderschön zum Ausdruck. Ein faszinierender Wein, der für mich längst zum Klassiker geworden ist.

Albet i Noya Reserva Martí Penedès DO 2009Albet i Noya Reserva Martí
Penedès DO 2009
www.delinat.com/1643.09