Eine der grossen Bedrohungen der Biodiversität stellt der Mensch dar, mit der von ihm angewandten Chemie und den auf Ertrag getrimmten Pflanzen. Ebenso schlecht auf die Biodiversität wirken aber die ausgeräumte Landschaft und die grossflächigen Monokulturen. Ohne Agrochemie und mit dem Anbau in agrarökologischen Systemen würde es der Biodiversität wesentlich besser gehen.
Besonders gut ersichtlich wird das in der Landwirtschaft. Hier stehen, durch das ebenso menschgemachte Angebot und Nachfrage-Prinzip, Profitmaximierung, Ertrag und Mechanisierung als Argument der Biodiversität gegenüber.
Schliesslich trägt ein gesundes und stabiles Ökosystem in reicher Biodiversität Sorge für sich selbst. Nur Ertrag und somit auch Profit sind keine Ziele der Biodiversität. Hätten die Menschen in der Schweiz keine landwirtschaftliche Nutzung begonnen, könnte noch heute ein Eichhörnchen von Genf bis St. Gallen von Baum zu Baum hüpfen. Das wäre auch von Gibraltar bis Hamburg möglich gewesen, hätten die Römer nicht so massiv in Spanien abgeholzt.
Der Mensch war nicht immer Feind der Biodiversität
Dabei ist meiner Meinung nach die grössere Vielfalt der Landschaft und die grössere Vielfalt an Biotopen auch dank der nachhaltigen Nutzung durch die Menschen vor 10’000 Jahren entstanden. Agroforstnutzungen wie die Montados in Spanien und Portugal, die Waldweiden und Obstgärten sind noch Relikte von dieser Nutzung im Einklang mit der Natur. Solche Mischkulturrelikte findet man noch in ganz Europa.
Permakultur, wie auf Château Duvivier fördert die Biodiversität
Die Weingärten mit Olivenbäume in Italien oder die Mischkulturlandschaften, welche noch häufig waren im letzten Jahrhundert mit Ackerbau und Obstbaumreihen und Weinbau, zeugen davon. Diese Mischkulturlandschaften waren eine grosse Bereicherung zu den natürlich vorhandenen Biotopen. Sie verbessern die Infiltrationsleistung und füllen somit den Grundwasserstrom regelmässig. Das schützt die Landschaft auch vor Erosion.
Der Beginn des Verlusts
Die Römer haben sicher schon zu viel Wald gerodet, aber der ganz grosse Verlust an Biodiversität hat erst mit der Industrialisierung der Landwirtschaft nach der Erfindung von chemisch synthetischen Düngemitteln stattgefunden. Durch den billigen Stickstoffdünger wurde die Landwirtschaft deutlich intensiviert und hat schlussendlich zu viel mehr Monokulturen geführt.
In einer konventionell bearbeiteten Monokultur wird die Pflanze anfällig auf Krankheiten und kann sich kaum gegen Schädlinge von aussen wehren. Ein übermässiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist die Folge. Das schadet in letzter Instanz nicht nur der Natur und gefährdet Spezien, wie den Apollo-Falter an der Mosel, sondern ergibt auch ein schlechteres Produkt.
Delinat sieht in der Züchtung robuster Rebsorten seit jeher einen Weg, Behandlungen im Weinberg zu reduzieren.
Delinat proklamiert in seinen Richtlinien seit jeher einen vielversprechenden Weg zu mehr Biodiversität: robuste Rebsorten, sogenannte PIWIs sind auf dem Vormarsch. Denn sie ergeben nicht nur gesundes Traubenmaterial, sondern minimieren auch den Einsatz der Menschen in den Rebbergen.
In dieser Geschichte schliesst sich der Kreis auch wieder, indem wir die Weingärten als Agrarökosystem bewirtschaften, wie wir dies auf Duvivier tun, wie es unsere Winzer tun und es schlussendlich auch unsere Delinat-Richtlinien verlangen.
Einmal im Jahr rücken unsere KundenberaterInnen und DepotleiterInnen, die sonst Delinat-Weine im Shop, via E-Mail oder Telefon empfehlen, aus. Dann geht es in eine Weinregion und dort zu den Delinat-Winzern. 2024 führte die Reise in die Delinat-Weingärten Südfrankreichs.
Wir besuchten die Winzerfamilien Fabre sowie Lignères, und wandelten mit Sébastien Rouve von der Domaine Mon Rêve durch die Rebzeilen. Durch die Weingärten der Domaine de Beaurenard im Châteauneuf-du-Pâpe führte uns Winemaker in achter Generation, Frédéric Coulon, höchstpersönlich. Organisiert hat die Reise Weineinkäufer und Produktmanager Emil Hauser. Er arbeitet schon seit Jahrzehnten mit den französischen Winzern Hand in Hand. Mit ihnen sucht, findet und cuvettiert er die besten Tropfen für Delinat.
Jean Lignères (li.) und Emil Hauser (re.) in den Weingärten der Domaine Lignères in Moux.
Côtes du Rhône, Corbières, Languedoc, Châteauneuf-du-Pâpe und Rasteau: Südfrankreich im August ist schon eine Herausforderung. An manchen Tagen sagte das Thermometer 40 Grad im Schatten an. Und doch, durch die Bio-Weingärten, reich an Biodiversität zu streifen, Grenache, Cinsault, Carignan, Syrah und auch PIWIs wenige Tage vor der Ernte zu kosten, das hat was. Die Kundenberaterinnen und Depotleiter erzählen uns ihre Eindrücke, die sie aus einigen Tagen Bio-Wein Südfrankreich hautnah mitnehmen.
Familie Fabre macht den Anfang
Die Delinat-Schneckencrew bei Winzer Louis Fabre (re. unten) im Weinkeller.
Seit dem Jahr 1605 betreibt die Familie Fabre das Weingut Château Coulon in Luc-sur-Orbieu, gelegen in der Appellation Corbières. Auf dem Weingut packt die gesamte Familie mit an, angeführt von Louis Fabre als Winzer, der als erster in der Region den Weg des biologischen und naturnahen Arbeitens eingeschlagen hat. Seit 2019 pflanzt der fortschrittliche Winzer auch PIWIs an.
Depotleiter Harald Giacomelli (re.) mit den Winzern Louis Fabre (mi.) und seinem Sohn André Fabre.
Harald Giacomelli leitet das Delinat-Depot in Olten und zeigt sich begeistert von Wein und Weingut. «Die Weine aus PIWI-Rebsorten zeigen, wo Weingenuss mit gutem Gewissen gegenüber der Natur hinführen kann. Und unser Château Coulon der Familie Fabre zählt zu beliebten Klassikern im Sortiment. Ich liebe Essen, und koche sehr gerne. Das wissen meine Kunden nur zu gut. Die Weine der Familie Fabre sind einfach wunderbare Essensbegleiter.»
Karin Schweizer und Louis Fabre im Wasserretentionsbereich und Eselparadies der Familie Fabre. Was die Reben der Kundenberaterin Karin Schweizer wohl flüstern…
Karin Schweizer arbeitete lange im Depot bevor sie vor einigen Jahren in den Kundendienst wechselte. Insgesamt ist Karin bereits seit mehr als 20 Jahren für Delinat tätig. An ihre erste Begegnung mit Louis Fabre von Château Coulon erinnert sich Karin gut. «Vor Jahren kam Louis Fabre nach St. Gallen und leitete dort einige Verkostungen. Es begeistert mich, wie sich diese Familie mit Obstgärten, Eseln im Wasserretentionsbereich und schlussendlich den ersten Bio-Weingärten der Region für die Natur einsetzt. Und die Weine sind so toll.»
Noël Savary (li.) und Louis Fabre (re.) im Barriquekeller der Familie. Hier reift auch der allseits beliebte Château Coulon Sélection spéciale.
Noël Savary, ist Leiter der Delinat-Weinbar in Bern, übersetzte neben Emil Hauser nicht nur auf fantastische Weise, sondern schätzt die französische Liebe zu Genuss in diesen Landen sehr. «Louis Fabre und nun auch seine Kinder widmen ihr Leben dem Wein und der Natur. Und alle die wissen wollen, wie so ein Leben ist, laden sie mit offenen Armen zu sich ein. Es ist eine Freude und Ehre mit so tollen Menschen zusammen zu arbeiten.»
Weiter geht es zu Familie Lignères in Moux nahe Narbonne
Vielfalt, das ist das Geheimnis der Domaine Lignères, sagt Jean Lignères. Ihre Reben wachsen auf unterschiedlichsten Böden.
Die Natur machen lassen, das ist das oberste Credo von Jean und Anne Lignères. Sie bewirtschaften ihre Weingärten auf den diversesten Böden nach den Delinat-Richtlinien und zeichnen seit jeher für einige der feinsten Tropfen im Delinat-Sortiment verantwortlich.
Wie Trauben von so kargen Böden zu solch eleganten Weinen werden können, das bewundert er, sagt Kundenberater Camill Hadorn.
Camill Hadorn ist Kundenberater, hält Weinkurse und organisiert die Karton- und nun auch Mehrwegflaschenlogistik bei Delinat. An den Weinen und Rebbergen von Jean und Anne Lignères fesselt ihn die Authentizität, die die beiden, wie auch immer sie das machen, direkt in ihre Weine füllen. «Der Geruch des sogenannten Garrigue, eine Vegetation aus wilden, aromatischen, ätherischen Sträuchern und Kräutern, den kenne ich auch aus den Weinen der Familie. Zudem zeigen sie eine Eleganz und Geradlinigkeit, wie sie nur die besten Weine innehaben. Ich bin Lignères-Fan.“
Leiter des Kundendienstes, Kevin Benz (li.) mit Jean Lignères (re.) im Gespräch über das Gespür für Reben und Mensch.
Kevin Benz leitet den Kundendienst bei Delinat und arbeitet bei sich Zuhause selbst mit Tieren und einem privaten Gemüse- und Obstanbau. Sein Blick auf die Natur bei der Domaine Lignères ist daher differenzierter. «Wir Menschen und auch gute Weine, sind von viel mehr geprägt, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Auch wenn ich Jean Lignères bei seiner Arbeit im Weinberg nicht direkt beobachten kann, spüre ich bei seinen Ausführungen seine grosse Leidenschaft und Hingabe umso mehr und konnte die Früchte seiner Arbeit direkt begutachten und verkosten. Er versucht bei allen Tätigkeiten rund um den Wein, dem großen Ganzen gerecht zu werden und mit seiner lieben Frau Anne zusammen, ein Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Das verdient höchste Anerkennung. Denn nur wer das große Ganze im Auge behält und mit viel Hingabe im Einklang mit der Natur zusammenarbeitet, erreicht auf lange Sicht ganz Grosses.»
Weinshop-Leiter Manuel Santschi beim «Anbringen» der Delinat-Schnecke auf der Domaine Lignères.
Manuel Santschi leitet den Delinat-Weinshop in Zürich, lebt den Wein und ist darüber hinaus auch ein begabter Zeichner. Die Wand, an der bis kurz vor der Ankunft von Delinat Grüsse und Wünsche von Besuchern aus aller Welt, von Japan bis Kanada, standen, wurde bei unserer Ankunft gerade frei für die Delinat-Schnecke. «Ich finde es unglaublich schön zu sehen, wie Menschen im Wein machen aufgehen. Jean und Anne Lignères sind Grössen im Weinbau und werden für Ihre Art und für ihre feingliedrigen Weine sehr geschätzt. Und das, obwohl Jean zusätzlich als Brotberuf den Hausarzt im kleinen Dörfchen Moux gibt. Nah an der Natur und an den Menschen. Ich meine, sie haben uns in ihr privates Zuhause eingeladen, für uns alle gekocht. Das macht man nicht, wenn man nur Wein verkaufen möchte. Dass Delinat eine derart freundschaftliche Beziehung zu seinen Winzern hat, finde ich toll mitzuerleben.»
Sébastien Rouve hat seinen Traum «Mon rêve» erfüllt
Sébastien Rouve (2.v.li.) wusste schon immer: «Eines Tages steht mein Name auf dem Etikett.»
Ein rothaariger Winzer auf roter Erde. Hier in Le Bosc, mit der geologischen Besonderheit des roten Schieferbodens, ruffes genannt, hat sich Sébastien Rouve seinen Traum mit der Domaine Mon Rêve erfüllt: Winzer sein und eigene Weine abfüllen. Sein Vater lieferte Trauben an eine Kooperative, Winzer Sébastien ist der erste, der aus den Trauben seinen eigenen Wein macht. Inzwischen einen, der in der Region und darüber hinaus bekannt ist, und von Fachpublikum, Geniessern und Journalisten gleichermassen nachgefragt wird.
Geschäftspartner Lionel Puech (li.), Delinat-Weineinkäufer Emil Hauser (mi.) und Winzer Sébastien Rouve (re.) beim Erstellen einer nächsten perfekten Cuvée für Delinat.
Emil Hauser ist Weineinkäufer für die Märkte Frankreich, Österreich und Deutschland. Mit Sébastien Rouve verbindet ihn eine langjährige Freundschaft. Sebastien sagt über seinen Freund, dass er wohl ohne den Glauben von Delinat an ihn und seine Weine heute nicht da wäre, wo er heute ist. Emil Hauser erzählt: «Seit jeher besprechen Sebastien, sein Geschäftspartner Lionel und ich die Verschnitte für Delinat gemeinsam. Immer wenn es Zeit zum Verschneiden ist, reise ich nach Frankreich und wir cuvettieren, kosten, besprechen. Stunden, manchmal sogar tagelang, bis wir die perfekte Cuvée für unsere Kunden herausgearbeitet haben.
Winzer Sébastien Rouve (li.) und Depotleiter Pirmin Muoth (re.) beim Betrachten des für die Region typischen Ruffes-Boden.
Pirmin Muoth leitet das Delinat Weindepot in Bern bereits seit vielen Jahren. Auf diesen Reisen die Liebe zu Natur und Wein mit seinen Kollegen und auch den Delinat-Winzern zu teilen, das lädt seine Batterien wieder auf, meint Pirmin. «Ich finde, es zeigt einfach, was für ein grossartiger Winzer Sébastien ist, wenn er in so herausfordernden Gebieten derartige Weine fertig bringt. Dieser spezielle rote Schieferboden, ruffes genannt, fordert der Rebe einiges ab. Ich meine, keine 500 Meter weiter, gedeihen buschhohe Kakteen in eben derselben Erde. Doch Sébastien lebt seinen Traum, und das finde ich bewundernswert. Noch schöner ist nur, dass dieser gelebte Traum auch noch so gut schmeckt.»
Mit Depotleiterin Marion Lehmann trifft menschliche Lebensfreude auf pflanzliche, inmitten roter Erde.
Marion Lehmann hat im ältesten aller Delinat-Weindepots in St. Gallen (es besteht seit 1999) bereits eine grosse Fangemeinde delinat`scher Weine um sich geschart. Manch einer behauptet, die Leute kämen wegen des Weines, aber auch wegen der köstlichen Häppchen, die Marion zu den Themendegustationen zubereitet. Bei der Winzerreise ist Depotleiterin Marion ganz in ihrem Element. Genuss, gute Weine, die von Menschen bereitet werden, die für das, woran sie glauben, einstehen. «Ich könnte Sébastien ewig zuhören. Er hat sich so vieles über die Weinbereitung selbst erarbeitet und lebt vor wie ‚einfach einmal tun‘ aussehen kann. Er ist fest mit seiner Region verwurzelt und schafft es doch, weit über den Tellerrand hinauszublicken und im internationalen Weinumfeld kräftig mitzumischen. Toll ist das!»
Päpstliches Finale auf der Domaine de Beaurenard
Emil Hauser im Weinkeller der geschichtsträchtigen Domaine. Neben ihm, die Weine von Delinat.
Bereits in achter Generation keltern die Brüder Frédéric und Daniel Coulon auf der Domaine de Beaurenard Wein. Und zwar von der Güte, wie er weltweit geschätzt und gesucht wird. Das Geheimnis der Eleganz ihrer Weine liegt in der Reichhaltigkeit ihrer Weinberge, sind die beiden Brüder überzeugt. Mit Weineinkäufer und Weinakademiker Emil Hauser verbindet das Haus eine langjährige Freundschaft. Das gemeinsame Tüfteln an den besten Verschnitten und Etiketten für Delinat zählt zu den liebsten Beschäftigungen auf beiden Seiten. Das abgesehen von dem Begehen der Weinberge für Frédéric Coulon.
Diese Spinne «Argiope bruennichi» hat Fréderéric Coulon während unserer Begehung der Weingärten der Domaine Beaurenard mit seinem grossen Objektiv eingefangen.
Dahin nimmt er so oft wie möglich seine Kamera mit, um ein Stückchen der reichen Natur im Bild mit in den Keller zu bringen.
Social-Media-Managerin Stefanie Zillner hat in Wein und Wasser(retention) eine neue Berufung gefunden.
Stefanie Zillner ist Social-Media-Managerin bei Delinat. Wer ihr, beziehungsweise dem Account von Delinat folgt, ist immer up-to-date. Wie der im Süden so berühmte Wind Mistral wehen ihre Finger über die Tastatur, wenn es heisst, der Delinat-Gemeinde exklusive Einblicke hinter die Kulissen zu gewähren. Delinat-Kundin war sie schon lange vor ihrer Tätigkeit bei Delinat. Nun haben es ihr die Weinberge voll reicher Natur angetan. «Ich finde es einfach grandios, wie die Winzer die Herausforderungen, die das Wein machen, das Wetter und der Klimawandel mit sich bringen, meistern. Ich meine, wie schafft es Beaurenard, bei einer anhaltenden Hitze von bis zu 40 Grad Celsius ein so ausgeklügeltes Wasserretentionssystem aufrechtzuerhalten Das ist doch einfach genial!».
Depotleiter Michele Greco neben einem Fledermausnistkasten auf der Domaine Beaurenard, den er ausnahmsweise nicht selbst montiert hat.
Michele Greco leitet das Delinat-Weindepot in Winterthur und war als langjähriger Depotleiter schon auf so mancher Weinreise. Die Kunden von Delinat schätzen seine ruhige, bedachte Art. Das was Michele sagt, ist wohl überlegt und hat dann auch Gewicht. So rückt der Depotleiter auch erst am letzten Tag der Reise damit heraus, dass er selbst mitgeholfen hat, die Nistkästen für die Fledermäuse in den Weingärten von Château Duvivier zu montieren. «Das ist eine Heidenarbeit, aber wir haben es gerne getan für die Tiere. Sie fressen in einer Nacht bis zu 3000 Mücken. Auch die Stangen für die Greifvögel, die wiederum die Mäuse fressen, haben wir am Versuchsweingut montiert. Hier freue ich mich, bei knapp 40 Grad Celsius die bereits montierten Kästen zu betrachten», lacht Michele.
Redaktorin Nina Wessely beim Schälen einer Traube. So haben es uns die Winzer gezeigt, liefert sie Indizien für den nahenden Erntezeitpunkt.
Nina Wessely ist Redaktorin bei Delinat und giesst Wein in Sätze. Wenn ihr das gelingt, dann fühlt sich das für sie in etwa so an, wie ein gereifter Anthémis, leicht gekühlt serviert. Glücksgefühle steigen da hoch. Gleichzeitig Ehrfurcht davor, wie man denn solche Weine keltern kann und es tatsächlich schafft, Landschaften in Flaschen zu füllen. «Ewig könnte ich in diesen Wein hineinriechen. Wie man in so einer heissen Region derart feingliedrige, tänzelnde Weine schafft, das wird mir immer ein Rätsel bleiben. Eines, das ich leidenschaftlich gerne, immer wieder degustiere.»
Wir danken unseren Winzern für ihre offenen Türen und unseren Lesern für Ihr Interesse an Natur und Delinat-Wein.
Die Monokultur ist eine Erfindung des Menschen. Die Motive dafür liegen auf der Hand: Mehr von einem Produkt, angelegt in Reih und Glied, das leichter zu ernten und zu bearbeiten ist. Dabei wirkt sich die fehlende Vielfalt schlussendlich auch negativ auf die Nahrungsmittelproduktion aus.
Der Mensch greift mit seinem gewinn- und mengenoptimierten Denken seit langem weitgreifend in die Natur ein. Auch weil wir inzwischen sehr viele sind, so dass ein Verzicht auf mechanisierte und durch Züchtungen und Kreuzungen mengenoptimierte Landwirtschaft kaum mehr möglich erscheint. So bringen Weizen, Äpfel und viele weitere Arten in ihrer ursprünglichen Form einen Bruchteil der Menge, als es die nun etablierten Sorten tun.
Biodiversität – viel bringt viel: Artenvielfalt zwischen den Reben wirkt sich auch positiv auf die Ernte aus.
Und dennoch: Viel Biodiversität bringt viel. Artenvielfalt ist essentiell für die Landwirtschaft. Nur eine reiche Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten führt zu einer besseren Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten.
Hier einige Punkte, wie Vielfalt und somit Biodiversität den Weinbau fördert:
Flachwurzelnde Gräser und Kräuter schützen den Boden vor Erosion und trocknen im Sommer aus, womit sie keine Wasserkonkurrenz sind. Sie bilden eine dürre Isolationsschicht und schützen somit die Bodenoberfläche vor grosser Hitze. Die Temperatur kann so bis zu 20 Grad Celsius weniger betragen, als bei nacktem Boden. Das schütze das Bodenleben und vermindert Verdunstung.
Tiefer wurzelnde Kräuter lockern den Boden auch in tieferen Schichten und bereichern die Bodenmikroorganismen in tiefere Schichten. Sie machen den Boden zudem durchlässiger für eine bessere Wasserinfiltration wenn es regnet.
Eine Vielfalt an Sträuchern auf der Höhenlinie gepflanzt, verbessert die Wasserinfiltration wesentlich, insbesondere bei Starkniederschlägen. Sie bauen mit Wurzeln, Blättern und herunterfallenden Ästen den Humus auf. Das verbessert wiederum die Wasserretentionskapazität.
Eine Vielfalt an Bäumen opimiert die Wasserinfiltration (vor allem bei tiefwurzelnden Bäumen). Auch sie bauen Humus auf und verbessern die Wasserspeicher-Kapazität. Durch eine leichte Beschattung wird die Umgebung leicht gekühlt. Das vermindert Evaporation. Sehr spannend an tiefwurzelnden Bäumen ist, dass sie für sich im Hochsommer Wasser aus tieferen Schichten hydraulisch hoch pumpen. Das auch für Pflanzen, die um die Bäume wachsen. So können auch Reben, welche nur in etwa 60-120 Zentimeter tief wurzeln, von diesem hochgepumpten Wasser profitieren. Auch dann, wenn die oberen Bodenschichten schon völlig ausgetrocknet sind.
All diese Pflanzenvielfalt verbessert die Wachstumsbedingungen für Mykorrhizapilze. Durch diese kann die Rebe ein bis zu Zehnfaches mehr an Bodenvolumen erschliessen. Damit stehen ihr auch mehr Nährstoffe und Wasser zu Verfügung.
Durch natürliche Vielfalt muss der Mensch weniger eingreifen, es werden weniger Hilfsmittel benötigt, und das ausgewogene Zusammenleben von Pflanzen, Tieren und Menschen sichert langfristig eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion im Einklang mit der Natur.
Der Klimawandel stellt Winzer in weiten Europas vor immer neue Herausforderungen. Die Verfügbarkeit von Wasser und zum Teil verheerende Starkregenergüsse werden dabei immer mehr zum zentralen Thema. Dabei hat auch die Biodiversität ihr Quäntchen beizutragen.
Die vergangenen drei Jahre waren in Katalonien mehr als angespannt, was die Verfügbarkeit von Wasser betrifft. Delinat berichtete. Bis hin zu Restriktionen für Privathaushalte reichten die Massnahmen bereits. Die Landwirtschaft und somit auch der Weinbau stöhnte unter beinahe unmöglichen Bedingungen für die Pflanzen bei dieser Trockenheit und dem Verbot der Bewässerung.
Glücklicherweise hat sich die Lage in Katalonien seit dem Frühjahr 2024 etwas entspannt, wenn auch Hitze und Wasserknappheit weiterhin zu den Herausforderungen in Spanien und Teilen Südfrankreichs zählen. Im Süden Italiens, in Apulien, herrscht heuer derartige Trockenheit und Hitze, dass es bereits jetzt weitreichende Ernteausfälle zu beklagen gibt. Zudem hat die Ernte mit Ende Juli in Teilen der Region so früh begonnen, wie noch nie zuvor.
Biodiversität und sinnvoll angelegte Wasserretentionsteiche tragen zu einem funktionierenden Wasserkreislauf bei.
Natürliches Wassermanagement und Biodiversität spielen eine zentrale Rolle im Wasserkreislauf. Eine vielfältige Auswahl an Pflanzen, Hecken und Bäumen sorgt für ein dicht verwobenes Wurzelnetzwerk, das die Wasserretention unterstützt, die Wasserinfiltration verbessert und zur Regulierung der Wassermengen beiträgt.
Dies hilft, Erosion zu verhindern und den Grundwasserspiegel stabil zu halten, solange es nicht zu allzu langen Dürreperioden kommt. Darüber hinaus fördert Biodiversität die Wasserqualität, indem sie Schadstoffe filtert und ein gesundes Mikroklima schafft, das die Verdunstung verringert und die Wasserspeicherung im Boden erhöht.
Hier also einige wichtige Punkte, wie Biodiversität das Wassermanagement im Weingarten unterstützt:
Eine höhere Biodiversität fördert die Bildung von Humus, der Wasser speichert.
Eine gute Vegetation reduziert Verdunstung, in dem der Boden bedeckt bleibt und verbessert die Wassernutzung.
In einem bedeckten Boden, auf dem eine diverse Vegetation wächst, werden Mikroorganismen gefördert, welche im Zuge den Humusaufbau fördern und die Bodenstruktur verbessert (bessere Wasserinfiltration).
Fällt das Wort Biodiversität, folgt das Schlagwort Biene und Bestäubung oft auf den Tritt. Denn auch wenn die Weinrebe nicht auf die Bestäubungsleistung der Biene angewiesen ist, so sind es doch viele Gewächse, die die Monokultur im Weingarten durchbrechen. Obstbäume und andere Bereiche der Landwirtschaft hingegen sind auf die Bestäubung der Bienen angewiesen. Eine fehlende Biodiversität bedeutet auch, dass es keine Bienen und somit kein Obst gibt.
Bienen sind überlebenswichtig – für Mensch und Tier. Und doch bemängeln Experten immer wieder die für das Tier fehlende Lobby, wenn es um landwirtschaftliche Themen geht. In der Dokumentation «More than Honey» gibt Regisseur Markus Imhoof eine beängstigende Vorschau davon, wie es ist, wenn der Mensch die Bestäubungsleistung übernimmt. In manchen Teilen Chinas, die von intensiver Landwirtschaft geprägt sind, ist dies bereits Realität.
Der Rückgang der Biodiversität bedeutet auch, dass es weniger Bienen und dadurch weniger Obst gibt. Und auch für einen gesunden Weingarten sind Bienen unabdinglich. (c) Adobe Stock
Fest steht jedenfalls, viele Pflanzenarten, einschliesslich wichtiger Nutzpflanzen, sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Weinreben bestäuben sich zwar selbst, doch Insekten sind unabdinglich, um aus einem Weinberg ein funktionierendes Ökosystem zu schaffen. Ohne Biodiversität würden wir uns bald konventionellen Rebwüsten gegenübersehen, und die landwirtschaftliche Produktion würde ohne diese Insekten drastisch zurückgehen.
Eine intakte Biodiversität mit vielen unterschiedlichen Pflanzenarten führt zu einem gesunden Boden, der von einer Vielzahl an Mikroorganismen und Insekten bewohnt wird. Denn gesunder Boden ergibt gute Trauben. Dieser lebendige Boden wiederum sorgt dafür, dass die Pflanzen, die in ihm wachsen, gesund und stark sind. Im Weinbau resultiert dies in Traubenmaterial, das das Potenzial für grossartige Weine hat.
Ohne Biodiversität gäbe es kein Leben. Ein gesunder und reichhaltiger Bodenorganismus sowie ein hoher Humusanteil tragen zur Erhaltung und zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bei. Bei Delinat ist das Fördern der Bodenfruchtbarkeit wichtiger Bestandteil der Delinat-Methode.
Ein gesunder Boden strotzt vor Leben und ergibt gute Trauben.
Im Rahmen des internationalen Winzerseminars von Delinat auf dem Modellweingut Château Duvivier im Mai dieses Jahres galt ein wichtiger Programmpunkt dem Boden und dem Leben darin. Mehr darüber lesen Sie hier.
Unser Videoblogger Olivier Geissbühler zeigt in Bild und Ton, wieso ein gesunder Boden für Biodiversität und hochwertiges Traubenmaterial entscheidend ist.
Denn nur ein gesunder Boden kann Pflanzen optimal mit Nährstoffen versorgen und ergibt somit gute Trauben, aus denen feiner Wein entsteht.
Der Sommer ist nun endlich auch bei uns eingekehrt. Mit ihm zelebrieren wir die leichte, sommerliche Küche. Zwei Mal als veganes Gericht. Das Dessert fällt vegetarisch aus. Wir wünschen viel Spass beim Nachkochen und freuen uns über Kommentare und vielleicht sogar Fotos Ihrer Interpretationen unserer Delinat-Sommerküche. Die Weinempfehlung aus unserem Delinat-Sortiment kommt diesmal von unserem Diplom-Sommelier und Kursleiter Dirk Wasilewski.
Vorspeise: Zucchinifreude bei den Geschmacksknospen
Das grüne Gemüse aus der Familie der Cucurbitaceae ist in den meisten Küchen ein Bringer. Vielleicht, weil die Zucchini so vielseitig ist? Mild im Geschmack und in die verschiedensten Richtungen formbar. Unsere Köchin Sandra Kollegger interpretiert die Cucurbitaceae diesmal als vegane Variante mit weissen Bohnen und Pesto. Der Knoblauch harmoniert dazu wunderbar. Nur Achtung, wenn es danach oder währenddessen noch ans Weindegustieren gehen soll, dann ist beim Knoblauch eine zarte Dosierung angesagt.
Gebratene Zucchini | weisse Bohnen | Rucola
Leicht und sommerlich: Unser vegetarisches Sommermenü startet mit gebratener Zucchini mit weissen Bohnen und Rucola
Zutaten: 2 kleine Zucchinis 1 Dose weisse Bohnen 2 Scheiben Toastbrot 2 EL Pinienkerne 1 EL Rucolapesto 1 kleine Zehe Knoblauch Salz, Pfeffer Olivenöl Weissweinessig Frischer Rucola zum Garnieren
Zubereitung: Die Zucchini der Länge nach vierteln und in einer Pfanne in Olivenöl von allen Seiten anbraten. Abschliessend mit Salz und Pfeffer würzen. Die fertigen Zucchinis aus der Pfanne nehmen. Beim Toastbrot die Rinde entfernen. Darauf den Innenteil des Brotes in feine Würfel schneiden. Toastbrotwürfel und Pinienkerne in etwas Olivenöl goldbraun rösten und salzen. Danach für den Bohnensalat die Hälfte der Bohnen mit Olivenöl, Weissweinessig, Salz und Pfeffer marinieren. Für die Bohnencreme die andere Hälfte in ein hohes Gefäss geben und mit Knoblauch, wenig Olivenöl, Salz, Pfeffer und etwas Weissweinessig fein pürieren. Mit Wasser zur gewünschten Konsistenz bringen. Die Bohnencreme auf ein Teller geben und die Zucchinis darauf verteilen. Bohnensalat, Brotwürfel, Pinienkerne und Pesto darauf anrichten und mit etwas frischem Rucola garnieren.
Hier zeigt uns Sandra Schritt für Schritt, wie sie das einfache Zucchinigericht zubereitet.
Die ungewöhnliche Cuvée aus Gewürztraminer und Moscatel von Carlos Laso aus dem Hinterland von Valencia punktet mit seiner Frische und seiner aromatischen Komplexität. Dabei wechseln sich blumige Aromen mit würzigen Noten ab und bilden zusammen mit exotischen Anklängen im Gaumen eine Einheit, die vortrefflich mit dem Rucolapesto und dem Knoblauch harmonieren. Da kann man gerne etwas mehr Knoblauch nehmen!
Hauptspeise: Es grünt so Grünkern
Grünkern klingt jetzt einmal aufs erste nicht wie die angesagteste Zutat für ein Sommergericht. Wer ihn in der Variante unserer Köchin Sandra Kollegger probiert hat, weiss: In Kombination mit Paprika und Feta läuft diese gesunde Zutat auch geschmacklich zur Hochform auf.
Grünkern-Risotto | Ofenpaprika | Schafskäse
Grünkern-Risotto mit Ofenpaprika und Schafskäse als sommerliches Hauptgericht
Zutaten für 2 Portionen
Ofenpaprika: 2 rote Paprika
Grünkern-Risotto: 150 g Grünkern (über Nacht einweichen) 300 ml Wasser 1 Zwiebel 2 Zehen Knoblauch 2 EL Olivenöl 200 g passierte Tomaten ½ TL Kräutersalz 1 TL Würzpaste oder Suppenwürze Pfeffer Frische Kräuter
Zubereitung Ofenpaprika: Den Backofen auf 220 Grad Heissluft vorheizen. Bei den beiden roten Paprika den Strunk abbrechen, auf ein Blech stellen und für 20 Minuten in den heissen Ofen schieben. Die fertigen Paprika in ein Gefäss geben und mit Frischhaltefolie zudecken. Mindestens 15 Minuten warten, damit sie sich gut schälen lassen. Danach die etwas ausgekühlten Paprika schälen. Den Saft unbedingt auffangen und später zum Grünkern geben. Abschliessend die Paprika in kleine Streifen schneiden.
Zubereitung Grünkernrisotto: Den Grünkern gut waschen und über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Das Einweichen verkürzt die Kochzeit. Am nächsten Tag das Wasser abseihen. Darauf mit der doppelten Menge Wasser und etwas Salz für 20 bis 30 Minuten zugedeckt weichkochen. Zwiebel und Knoblauch klein schneiden und in Olivenöl goldbraun anbraten. Danach passierte Tomaten dazugeben und mit Kräutersalz, Würzpaste und Pfeffer würzen. Den gekochten Grünkern dazugeben, kurz mitkochen und ziehen lassen. Abschliessend mit frischen Kräutern abschmecken.
Die Weinempfehlung zum Hauptgang:
Albet i Noya Cantarana: Sommerzeit ist Rosézeit! Dieser Roséwein kommt vom Ausnahmewinzer und Biopionier Josep-Maria Albet i Noya aus Katalonien. Dunkle Beerenfrüchte und frische Noten von Grapefruit im Bukett machen diesen Wein zur einer Verführung der besonderen Art. Als Begleiter zum Grünkernrisotto mit Paprika und Fetakäse für mich die ideale Besetzung. Gerne auch einen Schluck Cantarana in das Risotto geben!
Dessert: Frucht in Weiss
Panna Cotta geht immer. Besonders in ihrer Version mit weisser Schokolade. Fruchtige Leichtigkeit bringen Himbeeren und Mandelknusper mit. Insgesamt ein Gedicht von Dessert, perfekt für Schokoladen- und Fruchtliebhaber und -liebhaberinnen. Doch warten Sie erst, wenn Sie den Wein aus der Empfehlung unseres Kursleiters dazu probieren… Ein regelrechter Sommernachtstraum.
Sommerlich erfrischend wirkt die Panna Cotta aus weisser Schokolade mit Himbeersauce
Zutaten für 10 – 12 Portionen
Panna Cotta: 400 g Schlagrahm/Schlagsahne 200 g weisse Schokolade 100 g Mascarpone ½ Vanilleschote Zeste und Saft einer Zitrone Zeste und Saft einer Orange 3 Blatt vegetarische Gelatine (im Glas, in einer Silikonform sollten 4 Blätter Gelatine verwendet werden)
Die Schlagsahne in einen Topf geben und Zitronen- und Orangenzeste dazugeben. Darauf die Vanilleschote aufschneiden, auskratzen und zur Schlagsahne geben. Anschliessend einmal aufkochen lassen. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen, nach ein paar Minuten ausdrücken und in die heisse Schlagsahne geben. Nicht weiter kochen. Darauf die Schokolade hinzumengen und schmelzen lassen. Abschliessend mit Orangen- und Zitronensaft abschmecken, Mascarpone unterrühren, durch ein feines Sieb passieren und in Gläser füllen. Für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
Himbeersauce: 250 g Himbeeren gefroren 2 EL Zucker 1 TL Vanillezucker Alle Zutaten einmal aufkochen, mixen und durch ein feines Sieb streichen.
Mandel-Mürbteig: 50 g Butter 100 g Mehl 50 g gesiebter Staubzucker 50 g geriebene Mandeln 1 Ei 1 Prise Salz ½ TL Backpulver ½ TL Zimt 100 g Mandelblättchen zum Ausrollen
Alle Zutaten rasch verkneten, zu einem Laib formen und in Frischhaltefolie einpacken. Anschliessend den Teig für ca. 30 Minuten im Kühlschrank rasten lassen.
Den Teig zwischen zwei Bögen Backpapier ausrollen. Bevor der Teig ganz dünn ist, mit Mandelblättchen bestreuen und weiter ausrollen. Danach auf ein Blech legen und bei 160 Grad für 10–12 Minuten knusprig backen.
Der Wein zum Dessert:
Prosecco rosé: Auch zum Dessert wird es rosarot – aber der besonderen Art. Der Schäumer aus dem Veneto von William Savian ist ein Prosecco rosé. Ein kleiner Anteil Pinot Nero bringt nicht nur Farbe ins Spiel sondern verleiht dem Wein seine Fruchtigkeit und Struktur. Eine dezente Restsüsse rundet das prickelnde Vergnügen ab. Dieses wunderbare Mundgefühl wird von dem cremigen Panacotta mit seinen Citrus- und Beerenaromen herrlich begleitet. Natürlich kann man die Kochvorbereitungen mit einem Glas Prosecco Rosé beginnen!
Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen und noch wunderschöne Sommertage!
Wieso Biodiversität wichtig und weit mehr als ein Schlagwort ist, beleuchten wir in den kommenden Wochen anhand der Delinat-Methode. Diese Punkte reichen vom Wassermanagement, über Bodenbearbeitung, bis hin zur Forschung an robusten Rebsorten und vieles mehr. Denn im Grunde zielen sie alle auf eines ab: die Biodiversität im Weingarten erhalten und zu fördern.
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass bei all der Digitalisierung und modernen Welt beispielsweise unsere automatischen Bildschirmschoner zum Grossteil unberührte Natur zeigen, mit natürlich hoher Biodiversität?
Bewusst oder unbewusst – ohne Natur und damit einhergehender Biodiversität geht es nicht. Vielfalt in Flora und Fauna hält den Planeten im Gleichgewicht. Eine Balance, die der Mensch durch sein einsitiges Handeln ins Wanken gebracht hat.
Wieso Biodiversität wichtig ist, und wie die Delinat-Methode dazu beiträgt.
Wir versuchen seit jeher, gemeinsam mit unseren Delinat-Winzern dieses Wanken auszugleichen. Und zwar, indem wir Biodiversität durch die Richtlinien der Delinat-Methode fördern. Und die Monokultur, die der Weinbau für sich darstellt, durchbrechen. Das durch sogenannte Biodiversitäts-Hotspots in den Weinbergen, umliegende Wälder und das Fördern der Fruchtbarkeit unter und über der Erde, um nur einige Punkte zu nennen.
In diesem Sinne freuen wir uns mit Ihnen auf einige WeinLeseBlog-Seiten im Sinne der Biodiversität und dem Gleichgewicht, dass sie die Weingärten und in unser aller Leben bringt.
Wie wichtig ist Biodiversität für Sie? Wo spielt sie in Ihrem Leben eine besondere Rolle? Wo unterstützen sie sie besonders? Hinterlassen Sie uns gerne ein Kommentar.
Starkregen, Trockenperioden und Krankheitsdruck: die klimatischen Bedingungen erschweren den Winzern den Weinbau. Aufgrund der vermehrten Regenfälle in manchen Regionen steigt zudem der Pilzdruck. Wir haben bei unseren Winzern am Schweizer Iselisberg, im Bordeaux, im Elsass und im Veneto nachgefragt.
Schon 2023 war für Delinat-Winzer Grégoire Piat auf Château Couronneau im Bordeaux ein sehr herausforderndes Jahr. Ernteeinbussen von 60 Prozent hatte man auf Château Couronneau, dem ersten biologisch geführten Betrieb in der Region, zu beklagen, berichtet der Jungwinzer Grégoire, der das 40 Hektar grosse Weingut seit einiger Zeit gemeinsam mit seinem Vater Christophe Piat führt.
Jungwinzer Grégoire Piat auf Château Couronneau im Bordeaux
Dabei seien sie letztes Jahr noch besser davon gekommen, als so manche ihrer Kollegen. Das sei dem erhöhten Standort des Weinguts zu verdanken und der vom Wald geschützten Lage von Château Couronneau nahe Ligueux.
Leider gönnt das Wetter den Winzern auch 2024 keine Verschnaufpause. Winzer berichten von einem extremen Krankheitsdruck durch das feuchte, warme Wetter. Grégoire Piat erzählt: «Wir waren uns der heiklen Lage immer bewusst und haben daher schon früh begonnen, die Reben mit kleinen Mengen Kupfer zu behandeln, um Risiken zu minimieren.» Das hätte funktioniert, so der Jungwinzer. Nur zeigten sich nun die ersten Anzeichen Schwarzfäule, die die Trauben befällt. Eine weitere Herausforderung im Weinbau, so der Bordelaiser. «Wir warten und hoffen auf die Sonne», sagt Grégoire Piat.
Wenn sich eine Idee bewährt
Auch in der Schweiz war das Frühjahr und der Sommer aussergewöhnlich nass. Der Thurgauer Delinat-Winzer Roland Lenz ist einmal mehr äusserst froh über seine vorausschauende Entscheidung, konsequent auf PIWI-Sorten zu setzen. Ende Juli sieht es so aus, als hätte er grössere Ausfälle in seinen Weinbergen verhindern können: „Sehr herausfordernd war vor allem das Mentale für uns. Immer wenn wir in die Weinberge wollten, fing es an zu regnen.“ Pflanzenstärkende Tees und minimale Dosen an Kupfer hätten dieses Jahr nicht mit der Drohne ausgebracht werden können, weil es fast immer zu viel Wind hatte.
Delinat-Winzer Roland Lenz und Valentin Blattner züchten resistente Rebsorten im Schweizer Thurgau
Entscheidend für ihn ist die Kombination aus PIWI-Sorten und einer hohen Biodiversität im Rebberg. Nur so können gemäss Roland Lenz grössere Pilzinfektionen bei solchem Wetter verhindert werden. Doch nicht alle PIWI-Sorten kamen gut weg; für die Sorte Cabernet Blanc war es während der Blüte schlichtweg zu nass, sie wird sicher nicht zu einem vollen Ertrag kommen. Dafür stünde zum Beispiel die ältere PIWI-Sorte Cabernet Jura, welche sonst eher mit Falschem Mehltau zu kämpfen hat, dieses Jahr super da.
Wenn der Winter zu warm wird
Im Veneto, bei Natalino Fasoli und seiner Familie, führt man den erhöhten Pilzdruck unter anderem auf die «warmen» Winter zurück. «Die Winter sind milder, die Kälte kann dem Pilz also nichts mehr anhaben und es wird feuchter. Der Mehltau findet seine perfekten Bedingungen vor», so Natalino Fasoli. Schon im Jahr 2023 sahen sich die Winzer im Norden Italiens wochenlangen, andauernden Regenperioden gegenüber. Das nach einem recht trockenen Jahr 2022.
«2024 fordert nach viel Regen und hoher Luftfeuchtigkeit nun wie erwartet eine massive Peronospora-Attacke die Reben. Die letzten Mutationen des Falschen Mehltaus sind stärker, widerstandsfähiger und es gibt kaum Unterbrechungen im Befall», berichtet Natalino Fasoli. Manche Sorten wie Merlot oder Chardonnay, oder auch die jungen Garganega-Stöcke seien dabei besonders betroffen, sagt der Delinat-Winzer.
Natalino Fasoli im Veneto setzt bald im grossen Stil auf robuste Rebsorten.
Gelernt habe man aus den letzten Jahren, dass man sich auf alles einstellen müsse. Also auf der einen Seite gegen Trockenheit mit einem durchdachten Wassermanagement reagieren und auf den erhöhten Krankheitsdruck mittels neuer Rebsorten, die robuster sind. Daher setzt Familie Fasoli im Veneto nun auch im grossen Stil auf PIWIs, robuste Rebsorten, bei denen ein Pilzbefall von vornherein weniger wahrscheinlich ist.
Aktuell fordert der viele Regen die Mitarbeiter des Weinguts beträchtlich, heisst es bei La Casetta im Veneto. Schliesslich wäscht der Regen eben aufgebrachte Mittel wieder ab. Das treibt den Aufwand pro Hektar massiv nach oben, erklärt Natalino Fasoli. «Diese schwierige Situation erinnert mich an den Jahrgang 2014», sagt der Winzer.
Wenn Traditionen aufweichen
Auch im französischen Elsass, dem traditionsreichen Gebiet hinter den Vogesen, hat man inzwischen die Dringlichkeit zu handeln erkannt und setzt Schritte in Richtung Weinbau der Zukunft. So sind seit kurzem auch in dieser konservativen Weinregion neue Sorten, die dem Klimawandel besser standhalten, zugelassen.
So berichtet etwa Xavier Meyer von der Domaine Meyer: «Aktuell herrschen im Elsass geradezu tropische Bedingungen: Es regnet fast jeden Tag und die Temperaturen sinken nachts kaum unter 20 Grad Celsius.» Diese nass-warmen Bedingungen lösen einen hohen Krankheitsdruck in den Rebbergen aus.
Bei der Domaine Eugène Meyer hat man sich die Ratschläge von Delinat zu Herzen genommen und die Kräuter in den Rebzeilen werden nicht gemäht oder gemulcht, sondern nur gewalzt und geknickt. Diese grüne, stabile Auflage ermöglichte es den Meyers, bis anhin acht Mal ihre Pflanzenschutzpräparate auszubringen, ohne dabei den Boden zu verdichten oder zu malträtieren. Ihren biodynamisch erzeugten Tee aus Schachtelhalm, Brennnesseln und weiteren nützlichen Pflanzen mischen sie mit ätherischem Orangenöl, Kupfersulfat und Schwefel oder Bicarbonat und bringen diese Mischung jeweils abends oder nachts aus.
Bei Tageslicht werden die steilen Zeilen befahren, bei Dunkelheit die eher einfach zu bearbeitenden Rebberge. Xavier Meyer: «Es ist die Zeit, in der man wenig schläft und hofft, dass bald trockenere Tage anbrechen.» Bis anhin muss die Familie Meyer nicht über einen drohenden Ernteausfall klagen. Noch geht man auf der Domaine Meyer von einem normalen Ertrag aus.
Château Duvivier ist ein Weingut im schönen Südfrankreich. Es ist aber auch Forschungsobjekt und -anstalt, sowie Gästehaus und ein besonderer Ort der Ruhe. Ein Gespräch mit Arina Schefer, Verwaltungsratspräsidentin des Châteaus, über das wohl aussergewöhnlichste Weingut der Provence.
Arina Schefer auf Château Duvivier
Wie vieles bei Delinat ist auch das Modellweingut Château Duvivier nicht so einfach erklärt. Delinat, ein Schweizer Weinhändler, der in der Provence sein eigenes Weingut führt und dort auch noch seit Dekaden Versuche für Biodiversität und Nachhaltigkeit vornimmt. Arina, Du kennst das Weingut seit deiner Kindheit und fungierst nun als Verwaltungsratspräsidentin: Was ist Château Duvivier? Arina Schefer: Mit Château Duvivier versuchen wir, so nahe an unser Ideal eines Weinguts zu kommen wie möglich. Das ist vor allem auf die reiche Natur im und um die Weingärten bezogen, aber auch auf hochwertige Weine. Château Duvivier ist unser Forschungsweingut. Hier sehen wir, was auf Weingütern möglich ist, und geben diese Erkenntnisse dann in der Beratung an unsere Winzer weiter. Wenn man so will, machen wir die Arbeit des Vorkosters an der mittelalterlichen Tafel, nur im Winzerleben. So können wir unseren Winzern eventuell teure oder auch für den Weingarten unvorteilhafte Sackgassen ersparen. Es ist unser Versuch, so den Weinbau der Zukunft zu sichern. Und es ist sicher auch ein schöner Ort, an dem man sehr gut entspannen kann, wenn man nicht dort arbeitet (lacht).
Du bist schon als Kind durch die Rebzeilen des Châteaus gelaufen. Was ist Château Duvivier für Dich? Stimmt, meine beste Freundin und ich haben hier im Sommer immer einige Wochen verbracht. Das ist eine besonders schöne Erinnerung. Auf dem Château gibt es tausend Ecken, um sich zu verstecken, und wirklich jeden Tag kann man in dieser reichen Natur Neues entdecken. Inzwischen kann ich mir keine Woche Urlaub mehr auf Château Duvivier vorstellen. Ich müsste einfach mit anpacken. Und natürlich sieht man auch jedes Mal, was man noch alles tun könnte, und nutzt die Gelegenheit, vor Ort zu sein.
Château Duvivier ist seit vielen Jahren Sehnsuchtsort für Weinliebhaber und Ruhesuchende.
Von Organisation und gelebtem Idealismus
Was ist Deine Funktion auf Château Duvivier? Château Duvivier ist eine Aktiengesellschaft, ich bin die Verwaltungsratspräsidentin der Gesellschaft. Ohne unsere Kunden und nun zum Teil Aktionäre wäre es in den 90er-Jahren nicht möglich gewesen, dieses heruntergekommene Weingut zu übernehmen und dorthin zu bringen, wo es heute steht.
Wie ist Château Duvivier ansonsten organisiert? Für den Gästebetrieb am Château ist Tamara Dominkovic verantwortlich. Sie organisiert sich und das Team vor Ort sehr selbstständig. Bei grossen Entscheidungen überlegen wir natürlich gemeinsam. Für das Weingut zeichnet Christophe Meunier verantwortlich. Unsere Versuchsreihen, beispielsweise mit hunderten robusten Rebsorten, dokumentiert Lara Spresser. Wir sind ihr sehr dankbar für ihre gewissenhaften und lückenlosen Aufzeichnungen. Sonst könnten wir aus den Versuchen kaum Schlüsse ziehen. Winzerberater Daniel Wyss ist seit Jahren stark in die agrarökologischen Aktivitäten und in das Versuchswesen des Châteaus involviert.
Von Wissen und Wein
Die Forschung am Weingut ist also sehr wichtig? Für mich gibt es einen grundliegenden Unterschied zwischen biologischem und konventionellem Weinbau. Beim konventionellen Arbeiten hat man auf den ersten Blick – denn nachhaltig ist das nicht – weniger Komplikationen im Weinberg. Man hat ein Mittel für sein Problem und wendet dieses an. Im biologischen Arbeiten ist der Weg bis zur Lösung nicht ganz so einfach.
Es gilt die umgebende Landschaft, den Boden, die ganze Natur einzubeziehen und mit diesen zu arbeiten und diese zu lenken. Die natürliche Vielfalt kann aber auch noch gestärkt werden. Und es ist nicht bloss ein Marketingspruch, dass der Weinberg den Wein macht..
Diese Wege wollen wir so weit als möglich vorab für unsere Winzer abgehen und abstecken. Dadurch sind auch unsere Empfehlungen für deren Weinberge fundiert und praxisbasiert. Ein Beispiel hierfür ist das Thema der Wasserretention im Weinbau.
Wie nimmst Du die Weine von Château Duvivier wahr? Die Weine sind jedes Jahr ein bisschen anders. Das ist normal für ein naturnahes Weingut. Die Natur ist ja auch nicht jedes Jahr gleich. Speziell bei unserem Roséwein, dem Cuvée des Amis, übersetzt die «Cuvée für Freunde», kommt für mich die Blumenvielfalt auf Château Duvivier wunderbar hervor. Der Wein ist sehr blumig, fruchtig und frisch. 2022 war ein heisses Jahr, daher ist der 22er-Jahrgang der Cuvée des Amis ein konzentrierter Wein und bringt viel Aroma mit. 2023 war ähnlich warm, wir konnten die Trauben allerdings ein wenig früher ernten als im Jahr davor.
Das aussergewöhnlichste an Château Duvivier? Von aussen werde ich oft gefragt: «Wie, ihr seid ein Weinhändler und habt trotzdem ein eigenes Weingut, um für eure Winzer vorab auszuprobieren, was für den naturnahen Weinbau funktioniert und was nicht?» Ich denke, genau das ist das Aussergewöhnliche an Château Duvivier. Und dass wir in alle Richtungen versuchen, nachhaltig zu handeln. Unsere Solarthermie-Anlage für das Warmwasser ist bereits Jahrzehnte alt, funktioniert aber noch einwandfrei. Demnächst bauen wir ein Carport, an dem die Besucher ihre Elektroautos auftanken können. Auf dem Dach des Carports ist eine Solaranlage geplant, die Strom für den Weinbau- und Gästebetrieb, sowie für die Wägen liefern wird.
Zum Thema: Alle Weine von Château Duvivier finden Sie hier: Weine Sich über Ferien auf dem Château informieren und buchen können Sie hier: Ferien Weitere Artikel von Château Duvivier finden Sie hier: Artikel