Ob mit oder ohne Drahtrahmen – die Reberziehung bestimmt den Wuchs der Rebe

Die Reberziehung ist fast so alt wie der Weinbau selbst. Die unterschiedlichen Formen nehmen dabei Rücksicht auf das jeweilige Klima.

Die Reberziehung hat eine lange Tradition im Weinbau. Schon die Etrusker errichteten Spaliere, an denen sich die Rebe wie ursprünglich im Wald entlanghangeln konnte. Unterschiedliche klimatische Verhältnisse in den Weinbaugebieten bedingten schliesslich Erziehungssysteme, die teilweise stark voneinander abwichen. So kriechen die Reben auf windgepeitschten trockenen und heissen Inseln wie Lanzarote oder Santorin am Boden, während sie im fruchtbaren und niederschlagsreichen Veneto auf einer Pergola möglichst weit vom Boden ferngehalten werden.

Grundsätzlich lassen sich zwei Formen der Reberziehung unterscheiden, nämlich solche ohne und solche mit Unterstützungsgerüst.

Buschreben für heisse Klimate

Buschreben erhalten, wie der Name es schon andeutet, kein Gerüst, an dem die Triebe hochklettern könnten. Vielmehr stehen sie als Einzelpflanzen im Weinberg. Allerdings täuscht die Buschform darüber hinweg, dass auch hier ein Erziehungssystem vorliegt. Um in dieser Buschform zu bleiben, müssen die Triebe beim Rebschnitt stark gekürzt werden. Vor allem in Gebieten, die den Sommer über trocken sind, hat sich diese Erziehungsform bis heute bewährt.

Auch als Gobelet bezeichnet, schützt das Blätterdach die Trauben nämlich vor allzu starker Sonneneinstrahlung. Eine mechanische Bewirtschaftung solcher Buschreben ist jedoch kaum möglich, zudem bleiben die Erträge gering. Buschreben gibt es heute in Spanien, Südfrankreich, Süditalien, allerdings auch in alten Weinbergen im Anjou und im Beaujolais.

Der Einzelstock an der Mosel

Eine gewisse Abwandlung der Buschreben, diesmal aber mit einem Gerüst als Unterstützung, ist die Pfahlerziehung. Vor allem in nördlichen Weinbaugebieten mit steilen Hängen wie an der Mosel ist die Einzelpfahlerziehung weit verbreitet. Dafür werden bei einem niedrigen Stamm aus den Trieben zwei Bögen geschnitten, die am Stamm unterhalb befestigt werden. Ein zwei Meter hoher oder gar höherer Pfahl dient dabei als Rankhilfe auf dem Weg zum Licht. Auch bei dieser Form der Reberziehung müssen die Arbeiten am Stock manuell erfolgen.

Das Spalier als Standardform der Reberziehung

In Klimazonen mit weniger Sonnenschein und mehr Niederschlag bot es sich an, ein System zu entwickeln, bei dem die Trauben mehr Sonneneinstrahlung bei geringerer Bodennähe erhalten. Das Ergebnis ist die Spaliererziehung, auch Normalerziehung oder auf Englisch Vertical Shoot Positioning genannt, die auf den Arbeiten des burgundischen Rebforschers Jules Guyot beruht. Allen Varianten gemein ist ein Gestell, das aus senkrechten Pfählen (oder Stickeln) besteht, zwischen die je nach Höhe zwei bis vier Metalldrähte gespannt werden.

An diese Drähte heftet man nun die Triebe. Dadurch befindet sich später die Traubenzone gleichmässig über den verholzten Bereichen, aber unter der Blätterwand. Das Aufstellen und Instandhalten eines solchen Drahtsystems ist durchaus aufwendig. Es führt aber nicht nur zu einer besseren Sonnenexposition der Trauben, sondern erleichtert auch die Arbeiten im Weinberg.

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