Weingut Castello di Tassarolo

Eine steile Rampe führt vom Dorfzentrum hinauf zum alten, etwas verwitterten Schloss. Das Castello di Tassarolo ist seit 1367 im Besitz der Spinolas, einem der ältesten Familiengeschlechter Europas. Castello die Tassarolo war einst ein Staat für sich - mit eigenen Münzen und eigenem Wirtschaftsraum, in welchem der Weinbau einen festen Platz hatte.

Von der Kunst zum Weinbau

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Innenhof des Castello di Tassarolo

Heute wird hier nur noch Weinbau betrieben. Und zwar von einer Frau mit imposanter Haarpracht: Massimiliana Spinola lebte zehn Jahre lange als Künstlerin in London, bevor sie als Schlossherrin ins bäuerliche Piemont zurückkehrte und das dazugehörige Weingut übernahm. Grund für diesen Schritt war der Tod ihres Vaters Paolo Spinola, ein bekannter italienischer Regisseur, der als Zeitgenosse Fellinis intellektuelle Studiofilme wie «La donna invisibile» (1969) oder «Un giorno alla fine di ottobere (1977) drehte.

Rasch auf Bio umgeschwenkt

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Missimiliana Spinola führt das Weingut Castello die Tassarolo zusammen mit ihrem Partner Henry Finzi-Constantine

Als Massimiliana Spinola begann, sich dem Weinbau zu widmen, interessierte sie sich rasch für die biologische Bewirtschaftungsmethode, denn ihr Sohn litt stets unter Atembeschwerden, wenn die Weinberge mit Pestiziden behandelt wurden. Massimiliana bewirtschaftet das Weingut zusammen mit ihrem Partner Henry Finzi-Constantine. Für zusätzliche Fachkompetenz bürgen Miri Velli als Kellermeister, Raffelo Poughon als Winzer und Vincenzo Muni als Önologe.

Versuche mit Verzicht auf Schwefel

Das rund 20 Hektar Reben umfassende Weingut liegt im für trockene Weissweine bekannten Gavi-Gebiet. Massimiliana produziert zu über 90 Prozent Weisswein aus den Sorten Cortese und Chardonnay. Der kleine Rest ist Rotwein, der aus Barbera und Cabernet Sauvignon gekeltert wird. Die Trauben werden von Hand geerntet und sanft gepresst. Während der ganzen Verarbeitung achtet man auf eine schonende Verarbeitung, um die angestrebte Frische und Lebendigkeit des Weines zu erreichen. Ihr Sortiment umfasst auch je einen ungeschwefelten Weiss- und Rotwein.

Massimiliana und Henry sehen die Zukunft ihres Weingutes in einer starken Ausrichtung auf biodynamische Bewirtschaftung, die mit kontinuierlichen Verbesserungen im Bereich der Biodiversität einhergehen soll.