Domaine de Beudon

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Wir trauern um unseren geschätzten Winzer Jacques Granges von der Domaine Beudon. Der Pionier des biodynamischen Weinbaus ist am Freitag, 10. Juni 2016 in seinen steilen Rebbergen im Wallis tödlich verunglückt. Der 69-jährige Weinbauer war mit Spritzarbeiten beschäftigt, als sich sein Raupenfahrzeug überschlug, ihn unter sich begrub und tödlich verletzte. Jacques bleibt uns als liebenswürdiger Mensch, Naturliebhaber und Weinpurist in bester Erinnerung.

«Vignes dans le ciel», Reben im Himmel, nennt der Winzer Jacques Granges-Faiss seinen spektakulären Weinberg. Und dieser Ausdruck ist nicht übertrieben. Hoch über dem Tal östlich von Fully, rund 800 Meter über Meer, schmiegen sich die Rebberge und Kräuterfelder einem Felsplateau entlang, das nur über einen steilen Fussweg oder aber mit der kleinen Privatseilbahn zu erreichen ist.

Ein Paradies in luftiger Höhe

Dieser abgeschiedene Ort - ohne störenden Einfluss von Nachbarn, die synthetische Mittel verwenden – ist wie geschaffen für den biodynamischen Anbau nach Rudolf Steiner. Neben den Reben wachsen Eiben, Mandelbäume und Flaumeichen, es gibt verschiedenste Schlangenarten und eine Vielfalt an Schmetterlingen, wie kaum irgendwo sonst in der Schweiz. Selbstversorgung wird bei Marion und Jacques Granges-Faiss, welche die Domäne im Jahr 1971 übernahmen, gross geschrieben. Konservendosen und Nahrung aus Fertigbeuteln gibt es hier nicht, dafür einen grossen Garten. Und natürlich Wein.

In den Steillagen wurzeln die Reben in kargen Moränen- und Lössböden. Und bearbeitet werden die Reben noch weitgehend ohne Maschinen. Hacke und Sichel sind die wichtigsten Arbeitsinstrumente. Auf diese aufwendige Weise entstehen charaktervolle Weine aus Chasselas, Müller-Thurgau und Gamay, von dem auch eine Selektion in Barriques ausgebaut wird. Das kleine Felsplateau soll übrigens schon 100 Jahre vor Christus besiedelt gewesen sein. Während Jahrhunderten brachte eine traditionelle Bisse (Holzleitung) das nötige Wasser vom Flüsschen Randonne her. Heute ist der ehemalige Holzkännel einer Kunststoffleitung gewichen. Das Wasser, speist übrigens auch ein winziges Elektrizitätswerk, das Strom für Haus, Keller und Seilbahn herstellt.